Tagebuch der Abenteurer

(Erlebnisse von Warto)

In diesem Buche sollen all die Abenteuer stehen, welche durch die Mitglieder der Five of Coins bestritten wurden.

Kapitel 1

Gefecht des Wahnsinns

1 Tag Die Zusammenkunft

Die Sonne stand tief im Lande Aventurien, die letzen Vögel sangen ein bedächtig leises Lied, in der Ferne hörte man das tiefe Grollen von Kobolden, Pustedingern und anderen furchtregenden Monstern. Ich befand mich gerade in der Festung des Wahnsinns, ein Blick auf die in der Festung angebrachte Sonnenuhr verriet: 22 Uhr.
Ich brachte gerade meine Ausrüstung auf Vordermann und dachte " Bei den Schlangen der Osiris jetzt hast du so eine hervorragende Rüstung und kein Gold für den Schmied!".
Just in diesem Moment vernahm ich eine Stimme die meinen Namen rief :" Warto, Bruder des FOC sei mir gegrüßt!" ich erkannte das es die Stimme Guidens war. "Sei gegrüßt, Bruder" erwiderte ich immer noch beschäftigt die letzten Teile meiner Rüstung zumontieren.
Nach etlichen Besuchen bei den hiesigen Händlern, waren wir bereit uns dem Kampf gegen das Böse, der Ungerechtigkeit und Verlogenheit zu stellen.

Wir betraten mutig das feindliche Land Diablo´s, durchzogen von Lava und allzu unfreundlichen Gesindel. Guiden und ich kämpften wacker Schulter an Schulter, Schwert bei Schwert. Nach Erledigung etlicher düsterer Monsterhorden, ereilte uns ein Hilferuf aus dem Ferne Lande der Jägerinnen. Eine Amazone bat um Hilfe. Guiden nahm sofort telepathischen Kontakt zu ihr auf.

Wir machten uns auf die Reise.

Nach Tagen der ununterbrochenen Wanderung erreichten wir das Lager der Jägerinnen. Dort trafen wir auf eine Amazone. Sie machten einen noch sehr jungen und unerfahrenen Eindruck, sie brauchte Hilfe, die Hilfe der FOC. Wir willigten ein sie in ihrem Kampf zu unterstützen:

Der Kampf gegen den SCHMIED!!!

DER SCHMIED

Das Verließ war dunkel und feucht, überall trieben finstere Ratten ihr Unwesen, wagemutig stürmten wir voran. Kein Gegner sollte uns aufhalten. Mir wurde schwindelig bei all den verwesenden Leichen und ihre Gerüche trieben mir einen fein säuerlichen Geruch in die Nase. Mir wurde schwarz vor Augen...

Als ich wieder zu mir kam, befand ich mich im Lager der Jägerinnen, Guiden und die Amazone standen neben mir. "Alles in Ordnung?" fragte Guiden, "Habe ich das Beste wieder verpasst??" fragte ich leicht verlegen. "Das hast Du mein Freund!" erwiderte Guiden mit einem leichten Grinsen im Gesicht und richtete seine Rüstung.

Guiden war ein mächtiger Lanzenbarbar, das wusste man schon wenn man ihn ansah, durch ein intensives Training bei den Meistern der alten Schule wart er in der Lage den legendären Lanzenwirbelwind so kunstvoll zu vollbringen, das er damit ganze Horden auf einen Streich niedermähen konnte. Diese Kunst sollte uns noch viele male das Leben retten.

2 Tag Docks von Kurast

Guiden hatte die nette Angewohnheit seine Gestalt nach belieben wechseln zu können, so wählte er heuer die Gestalt einer wilden Amazone deren Name Elwenbow wart. Elwenbow war eine furchtlose Kämpferin und immer auf der Suche nach einem mächtigen Bogen. Das Verhältnis zwischen mir und Elwenbow war ungetrübt gut, auch sie ist ein wahr würdiges Mitglied der FOC.

Elwenbow ist noch relativ jung, so mussten wir uns durch die Gefahren der DOCKS VON KURAST Schlagen.

Bow, so nannte ich sie immer, und ich trotteten durch die Gassen der Docks auf der Suche nach neuen Abenteuern.
Beim örtlichen Schmied hörten wir von einer gar grausigen Mär: Die es Schinderdschungel und dessen düstere Spinnenhöhlen, besetzt mit grotesken und vor allem tödlichen Spinnentiere, manche bestanden aus Feuer und konnten dir wenn du nicht aufpasstest die Haut versengen, andere wie Gift, ein Biss und dein Arm schwoll zu einer dunkelgrünen Masse heran. Wenn du Glück hattest ergriff der süße Tod dich zu gleich, wenn nicht erwarteten dich grausame Pein.

Dieser Herausforderung konnten wir nicht widerstehen, wir rafften unser Gepäck und sämtliche Waffen zusammen und machten uns auf den Weg...

Der Schinderdschungel

Dieser Dschungel hatte wahrlich seinen Namen verdient, ich bemerkte wie sich Bow immer näher an meine Seite schlug, ich wurde nervös und stolperte über einen Ast, Bow kicherte. Verlegen setze ich meinen Weg fort. "Sag, Warto hast Du nicht einen schönen Bogen für mich gesehen?", fragte Bow, "Nicht schon wieder", dachte ich mir. Ein lautes Zischen zwischen den Ästen unterbrach uns. Ich blickte zur Seite und plötzlich sprangen uns 3 unheimliche Schattenfrösche entgegen " Vorsicht, schrie ich und stieß Bow zur Seite. Ich zückte meine Schwerter, es waren gute Schwerter, tödliche Schwerter, ich setze zum Schlag an, da zischte ein Pfeil dicht neben meinem Kopf vorbei. Er traf einen der Schattenfrösche direkt zwischen die Augen, grünes Blut spritzte uns ins Gesicht, lautes gequältes Geschrei besiegte die Kreatur. "Guter Schuss Bow!", rief ich und schlug den beiden anderen Schattenfröschen mit einem Hieb die Köpfe ab, mit einem dumpfen Klaschen fielen sie auf den Boden.

Nach etlichen Kämpfen gegen die Geschöpfe des Waldes erreichten wir nun endlich den Eingang zur Spinnenhöhle!

Kampf gegen den Spinnenkönig

Wir betraten die Höhle...
Überall Spinnweben, feuchtes Gestein ein idealer Ort für düstere Gestalten. Es war warm fast schon heiß empfand ich, der Spinnenkönig musste ganz in der Nähe sein.
Unsere Füße traten immer wieder in braune stinkende Pfützen, wir wollten gar nicht wissen was sich in diesen alles befand, sie rochen jedenfalls nicht gut. Die Sicht wurde uns immer wieder durch Schwaden, welche aus den Wänden und dem Boden kamen genommen. "Hier!" rief Bow, ein Durchgang. Wir schauten in die gleiche Richtung, dort hinter Wurzeln versteckt war er, der Durchgang zum Spinnenkönig. Ich schaute aufmerksam in alle Richtungen wohlwissend der Feind konnte aus allen Richtungen angreifen. In diesem Augenblick ein Rascheln, ein Knistern, der Boden fing langsam an zu beben. Etwas näherte sich uns...

"Warto, hast Du Angst?", fragte Bow "Ach was!, Sollen diese Kreaturen nur kommen, mein Stahl lechzt nach Blut" erwiderte ich und versuchte so gut wie möglich meine zitternden Beine hinter meinem Schild zu verbergen. Wir schritten voran. Der Boden bebte immer stärker, Brocken der Decke fielen auf uns hernieder. "Schatten, ich habe Schatten gesehen!" schrie Bow, sie wirkte jetzt ein bisschen verkrampft und angespannt, auf der Suche nach Gegnern. "Ach was, das bildest du dir nur ein" flüsterte ich. Ich drehte mich langsam um und da sah ich die Schatten die Bow gesehen hatte. Es waren Spinnen, Herscharen von Spinnen und sie krochen nun bedächtig unter lautem Klappern ihrer Mundwerkzeuge, die wie große scharfe Messer wirkten, auf uns zu. "Bleiben wir zusammen" rief ich Bow zu, "Du deckst mir mit Pfeil und Bogen den Rücken, Ich erledige den Rest des Abschaums!" "Alles klar" rief Bow zurück, sie spannte ihren Bogen und laut zischend schossen die ersten feurigen Todespfeile ihren Opfern entgegen. Sie trafen sie mit vernichtender Wirkung. Ich stürzte nach vorne, mit dem besten und lautesten Kriegsgeschrei welches ich jemals von mir gab. Ich war wie in Trance und grub meine Schwerter tief in den Feind. Geschrei, Blut und Fetzen waren um mich, ich gab nicht auf, immer wieder schlugen die Pfeile Bows in die Gegner, welche sie mehr als tödlich trafen. Eine der Feuerspinnen ergriff mich von hinten und grub ihre Klauen tief in meine Schulter "Nein ich werde nicht deine Blutmahlzeit" schrie ich ihr entgegen und stieß ihr mit meiner letzten Kraft das Schwert in ihren großen, fetten Körper. Es war der Spinnenkönig.

Auch heuer waren wir siegreich. Wir verließen die Höhle vollbeladen mit Schätzen und neuer Ausrüstung, der Schmied wird es uns danken.

3 Tag Der Kampf gegen Mephisto

Die Sonne brannte an diesem Tage heiß in Aventurien. Es war kaum unter der schweren Rüstung auszuhalten. Ich löste gerade die Scharniere meiner Beinschienen, als Bow auf mich zu kam.
"Warto, ich habe heute 6 Helden gefunden die uns bei unserem Kampf gegen Mephisto helfen wollen" "Mmhh nicht schlecht wir werden sicherlich viel Spaß haben" erwiderte ich und versuchte so schnell wie möglich das Scharnier wieder zuschließen. "Ihre Füße müsst euch wohl noch ein bisschen gedulden bis ihr Frischluft schnuppern könnt", dachte ich mir.
Ich suchte meine Habseligkeiten zusammen und beschloss den hiesigen Heiler aufzusuchen, denn meine Schulter machte mir immer noch Probleme. Bei genauerer Betrachtung hatte der Biss des Spinnenscheusals ganze Arbeit geleistet. An meiner Schulter prangte eine 10 cm lange tiefe Wunde, sie wirkte schon leicht grünlich und üble Gerüche stiegen aus ihr auf. "Mein Sohn diese Wunde sieht nicht gut aus, es bedarf aller Kräfte der Natur diese zu heilen!", erzählte mir der Heiler, er griff in einen kleinen Behälter und holten eine Handvoll munter krabbelnder und zuckender Würmer heraus. "Schließ nun die Augen, mein Sohn", sagte er ruhig. Ich tat um was er mich bat. Er drückte nun mit seinen Fingern die Wunde auseinander und ich merkte wie er die zuckenden Würmer in die Wunde legte. Ich fühlte wie sie sich in meinem Körper bewegten und begannen das faule Fleisch zu fressen. "Diese Würmer werden dir helfen, wenn sie groß und fett sind darfst du sie aus der Wunde nehmen. Vorher nicht! Nun gehe fort mein Sohn!". Ich bedankte mich und trat meine Reise an.

Da wir nun zu 8 waren kamen wir zügig voran. Keine noch so große Monsterhorde konnte unseren Siegeszug aufhalten. Unsere neuen Gefährten waren wahrlich tapfere Krieger, allen voran Ralf_X, ein großer Paladin.

Auf unserer Reise gen Norden trafen wir auf die riesige Tempelanlage Trancivals, dem Sitz der Ratsmitglieder und unser Weg zu Mephisto. Wir kämpfen Seite an Seite und bemühten uns immer dicht bei einander zustehen, doch unserer Übermacht hatten die Ratsmitglieder nichts entgegenzusetzen. Wir siegten! Das Tor stand offen. Wir waren bereit für Mephisto. Nimm Dich in Acht Schrecken! Deine Meister und Vollstrecker sind dicht hinter dir!

Der Kampf gegen Mephisto

Ich verlief mich in den weiten der Kerkers , ich versuchte mit Bow telepathischen Kontakt aufzunehmen und stellte erstaunt fest, das die Kameraden schon im 3 Untergewölbe waren.
Ich stieß in der Endscheidungsschlacht zu Ihnen.
Wir kannten keine Furcht und keine Gnade, der Gegner wurde von uns gnadenlos niedergemäht. Die Köpfe, Eingeweide und sonstige körperliche Inhalte der Ratsmitglieder, die vergeblich versuchten Mephisto zu schützen, flogen uns entgegen. Das Getöse der klingenden Schwerter, der murmelnden Magier, das Geschrei der Untoten war ohrenbetäubend. Sie konnten uns nicht entgegensetzen. Mephisto hab acht! Wir sind gleich bei Dir!

Wir betraten die dunkle Gruft. Ein scharfer Geruch rieb sich in unsere Nasen, es war der Geruch des Todes. Der Handlanger des Bösen erwartete uns. Deuslux wurde als Späher auserwählt. Langsam schlich er sich in die Finsternis. Minutenvoller Stille, dann Schreie, markerschütternder Schreie, das Knacken von Knochen war bis zu uns zu hören. Laut polternd rollte uns Deuslux Kopf entgegen.
"Wir ändern unsere Strategie" rief uns Bow zu " Warto du und die anderen Kämpfer kümmert euch um Mephisto, wir die Bogenschützen, Beschwören und Magier decken Euch den Rücken und versuchen Mephisto aus der Ferne zu matretieren!"
Wir befolgten die Strategie.
Rennend stießen wir vor, Mephistos böses Gesicht vor Augen. Als wir ihn erblickten nahmen wir allen Mut zusammen und liefen in die Endschlacht. Stahl klirrte, Funken sprühten, Geschrei, neben mir schmerzverzerrte Gesichter aber dennoch voller Hoffung, Wir werden Mephisto besiegen.

Die Geschosse der Schützen und Magier prallten auf Mephisto ein, er schrie! Vor Schmerz? Oder Wut weil er erkannte das er verlieren würde! "Bei Thor er wird verlieren!", dachte ich mir und schlug mein Schwert in seinen Körper. Aus den Augenwinkel sah ich wie Mephisto einen unserer Recken beim Kopfe packte, ihn hoch schleuderte und unter lautem knacken den Schädel abriss. Man wird deinen Namen in Ehre erhalten Freund! Immer und immerzu trieben wir unseren blanken Stahl in die Lenden des Scheusals. Stirb endlich Bestie! Stirb! Ich holte gerade zu meinem nächsten Schlage aus, als mich die Pranke Mephistos erwischte, Schmerz und Dunkelheit umgab mich während ich mitten durch die Dunkelheit flog. Mit lautem Scheppern schlug ich an der Wand auf. Ich war benommen, konnte nicht denken, was war passiert. Alles vor meinen Augen war undeutlich, die Kameraden, Mephisto, alles.

Ein Schrei...

"Warto !!! Nein! Hilfe!!" Ich schüttelte den Kopf versuchte klare Sicht zu bekommen. Ich stemmte die Hände auf den Boden, drückte mich hoch. Ich konnte wieder sehen. Ich blickte in Richtung des Schreies, nein es konnte nicht sein! Bow befand sich in den Fängen des Scheusals! Vergeblich versuchte sie sich aus den Pranken des Schreckens herauszuwinden, doch dieser übernatürlichen Kraft war ihr zarter Körper nicht gewachsen. Es schien aussichtslos... "Bow !! Hier!" rief ich aus voller Brust und warf ihr mein mächtiges Kriegschwert zu! Geschickt fing sie es mit einer Hand. Mephistos Augen glühten, Bösartigkeit schnaubte aus seinen tiefen Nüstern. Bow schwang das Schwert in die rechte Hand, drehte es kunstvoll und rammt es Mephisto zwischen die Augen. Stille, trügerische Stille, dann ein letztes Aufbäumen des Monsters, er ließ Bow los und kippte nach hinten. Unter lautem Beben schlug er auf dem feuchtem Boden auf. Das Licht seiner Augen wart erloschen.

Das Tor zu Diablo´s Welt stand uns offen.

4 Tag Diablo´s Tod

Dunkelheit herrscht in diesem Teile Aventuriens, der Einfluss der Macht des dunklen Meisters ist hier allerorts zu spüren.

Ich traf mich mit Guiden und Kruun in der Festungsschenke. Nun waren wir zu dritt Three of Coins von Five of Coins.

Ich hatte zu beiden Gefährten ein besonders gutes Verhältnis. Kruun traf ich während meiner langen einsamen Streifzüge durch die Fernen Aventuriens. Er war ein gütiger und hilfsbereiter Paladin, der durch seine magische Aura jedweden Feinde im Nu den gar ausmachen konnte. Er bot mir seine Unterstützung an und wir durchlebten zahlreiche Abenteuer, doch von diesen will ich an anderer Stelle berichten. Nach Tagen des unermüdlichen Kämpfens gegen das Unheil der Welt, erzählte mir Kruun von seiner Verbindung, der FIVE OF COINS. Es war eine alte und ruhmreiche Verbindung, welche für Freundschaft, Ehre, Hilfsbereitschaft und Vorurteilslosigkeit stand. Ich war sofort fasziniert und bewunderte Kruun. Ehret Ihn! Kruun berichtete mir weiterhin von seinen wackeren und treuen Gefährten, und bot mir an, wenn ich es wolle, ein Treffen zu ermöglichen. Ich willigte ein.

So kam es, das ich auf Elwenbow und Elwenfreund traf. Auch wir kämpfen wacker gegen die Finsternis. Nach einer langen Schlacht wurde mir die Mitgliedschaft in der Gilde der Five of Coins angeboten. Geehrt willigte ich ein und schwor meine ewige Treue.

"Warto ! Warto ! Träumst Du schon wieder von Ruhm und Reichtum??" Guiden stieß mir seine Faust in die Rippen. "Äh, nein ich war nur gerade in Gedanken, die Würmer in meiner Schulter machen mich noch Wahnsinnig!", ich nahm vorsichtig den Verband von meiner Schulter und blickte auf das Rudel fetter Würmer, welches sich richtig wohl im meiner Wunde fühlte. Vorsichtig zog ich einen aus der eitrigen Wunde, es machte ein schmatzendes Geräusch, als sich die Haken des Wurms aus der Wunde lösten. Ich schaute ihn an, es war ein hässliches langes Etwas. "Du isst mich, ich esse dich" sagte ich und steckte den Wurm schlürfend ihn den Mund.
Ich sah wie meinen Kameraden langsam schlecht wurde und so beschloss ich die Wunde erst einmal wieder zu verschließen. "Bitte 3 Met für mich und meine Brüder" rief Kruun der alten Bedienung hinterher und klatschte ihr auf den Hinterleib. "Brüder mir kam zu Kunde das sich die Schergen Diablo´s in Richtung Festung bewegen! Wir müssen ihnen Einhalt gebieten!" "So sei es" erwiderte Guiden , setzte den Krug an und leerte ihn in einem Zuge. "Zum Wohle Brüder!", entgegnete ich und spülte die Reste des Wurmes herunter.

An diesem Tage wehte ein scharfer Wind durch die Täler der Finsternis, es wart Zeit zu gehen dem Schrecken ein Ende zu gebieten Wir traten unsere Reise durch Lava durchtränkte Ländereien an. Wir kämpften uns unseren Weg zum Flammenfluss frei, es war ein harter aber schmerzloser Kampf, wir konnten uns gut dem Feinde gegenüber behaupten. Fast unverletzt erreichten wir das Chaos Sankturium. Plötzlich und unerwartet ergriff Guiden ein bläulicher Strom aus Gischt und Qualm. Ein Werk Diablo´s ? Als sich der Nebel verzog wart Guiden verschwunden. Wir machten uns zwar ernsthafte Sorgen, doch mussten wir unseren Weg gen Diablo fortsetzen, es gab keinen Weg zurück!

"Kruun, meinst Du mit Guiden ist alles in Ordnung??" fragte ich besorgt, "Sicherlich mein Freund, davon bin ich fest überzeugt, es geht ihm gut! Aber lass uns nun weiterziehen! Er wartet schon auf uns!" entgegnete mir Kruun.
So setzten wir unseren Weg zum Meister des Schreckens fort.

Wir betraten die riesigen Hallen des Chaos Sankturiums. Es wirkte bedrohlich, ja fast schon lebendig. Seine weiten Hallen boten Unmengen an Monstern und anderen Gefahren Platz. Unsere Schritte hallten tief ins Gemäuer hinein. "Dort der erste Schalter!" mit einem leisen Knacken legte ich den Schalter um, das Tor zu Diablo wart fast geöffnet! In diesem Moment rollte uns eine wahre Horde an Monstern entgegen. Wir besiegten sie ohne Verluste. Zwei weitere Schalter fanden wir in den Tiefen der Festung. Leichtes Zittern der Wände kündigte die baldige Ankunft Diablo´s an.

Kruun erblickte in einer versteckten Nische den letzten Hebel. Er legte ihn langsam um.

Gewaltige Beben erschütterten den Raum, Steine fielen von der Decke, es wart Stille... "Ich werde Euch vernichten, die die es gewagt haben meine Ruhe zu stören, ihr werdet mir nicht mein Reich stehlen!" tönte eine grollende Stimme aus dem Untergrund. Der Boden brach auf, Lava schoss hervor, der Raum erstrahlte in einem rötlichen Licht. Er stand vor uns der mächtige, bösartige Diablo. "Pass auf!", rief Kruun und eine rote Zunge glühender Lava schoss mir entgegen, ich rollte mich zur Seite und fühlte den heißen Strom an mir vorbei schießen. Kruun rannte vor, stieß Diablo seinen magischen Hammer in den Leib, Diablo schrie und stieß ihn mit einem mächtigen Hieb zur Seite. Ich näherte mich unerkannt von hinten und trieb meinen Stahl tief in seinen Nacken. Diablo fauchte und schleuderte mir bläuliche Blitze entgegen, der Geruch verbranntem Fleisches umgab mich. Kruun kam wieder auf die Beine, er schien konzentriert und blickte an sich herunter. Er schien etwas zu murmeln, plötzlich hob er die Arme und schleuderte Diablo seine ganze heilige Energie entgegen die er noch hatte. Diablo war umgeben und eingehüllt von magischer, positiver Energie, er fauchte und schrie. Als sich die Aura der Macht um seinen Hals legte herrschte Stille, er erstarrte, schaute fast hilflos zu uns. Unter lautem Donner zerbrach Diablo in unendlich viele Stücke.

Wir hatten gesiegt, wir hatten die Welt von ihrem Bösen befreit!

Aber für wie lange?

Möge die Einigkeit der Five of Coins uns beistehen!

Ende des Tagebucheintrages

Kapitel 2

Unendliche Reichtümer

10 Tag Lager der Amazonen

Wind wehte leise durch das satte grüne Gras, ich hörte wie er sich in den Wipfeln der Bäume fing und ein leichtes Rascheln erzeugte. Sanft schien die Sonne auf meinen Körper. Ich lag auf einer gar herrlichen Wiese, es tat gut einmal die müden Glieder ausstrecken zu können. Die harten Kämpfe der letzten Zeit zerrten an meinen Kräften, jetzt wart es an der Zeit, Erholung zu suchen, auch wenn mir der Verlust Guidens immer noch Dolche durch mein Herz trieb.

Mittlerweile war meine Wunde an der Schulter recht gut verheilt, die Würmer hatten ganze Arbeit geleistet. Jetzt erinnerte nur noch eine lange krustige Narbe, an das einst so große Loch, welches der Spinnenkönig mir zufügte. Genüsslich kaute ich an einem Grashalm und sah den in der Ferne spielenden Waldkätzchen zu. Es war ruhig, angenehm ruhig, was schon zu ruhig.

Ich schloss die Augen und bekann zu träumen...

Ich fand mich in einer unwirklichen, feindlichen Welt wieder. Heiße Dämpfe stiegen allerorts aus dem staubigen Boden, überall war Geschrei voller Schmerz und Pein wahrzunehmen. Ich bewegte mich auf einem schmalen, düsteren Pfad dem Getöse entgegen, es war furchteinflößend. Ich blickte an mir herab und stellte fest das ich nackt war. Nackt und völlig wehrlos in dieser schrecklichen Umgebung, es war ein unangenehmes Gefühl...

Vorsichtigen Schrittes setzte ich meinen Weg fort. In der Ferne vernahm ich ein helles Licht. Das Geschrei nahm an Gewaltigkeit zu...
Feuerbälle an Gefühlen durchströmten meinen nackten Körper, was machte ich hier? Was sollte ich tun? Hier allein, völlig kampfunfähig. Langsam näherte mich dem Ende des Weges. Die Intensivität des Lichtes nahm zu. Es strahlte nun heller als die Sonne am Firmament, der helle Schein wärmte meinen Körper. Das Geschrei verstummte...

"Warto! Warto! Bist Du hier? Kannst Du mich hören Bruder??", erschrocken blickte ich mich um, es war niemand in meiner Nähe, ich war überrascht, denn ich meinte es wäre die Stimme Guidens. "Guiden?? Bist Du es mein Freund?" fragte ich in die Leere des Raumes. "Warto solltest Du mich hören so vernehme meine Botschaft!" "Guiden, Guiden ja ich höre Dich, wo bist?" "Du und die Brüder der FOC ihr müsst mir helfen! Ich bin von den Schatten der Berge gefangen, ohne Euch werde ich es nicht schaffen! Helft mir!", die Stimme zerbrach unter dem nun wieder lautgellenden Geschrei.

Ich wachte auf...

Als ich meine Augen öffnete erblickte ich das Antlitz Kruuns, welcher sich neben mich auf die Wiese gesetzt hatte. Besorgt blickte er mich an. "Ich hatte eine Vision von Guiden!" berichtete ich ihm, verwundert wie auch erleichtert schaute er mich an, er schien wieder Hoffung zufassen. "Er überbrachte mir die Botschaft das er von den Schatten der Berge gefangen wurde, weiß Du etwas über diese Geschöpfe?", Kruuns Gesicht verfinsterte sich, " Die Schatten der Berge, bei Osiris, sind gar bösartige Schergen der Verdammnis! Noch kein Abenteurer hat bis heuer eine Zusammenkunft überlebt!" ließ er mit leiser Stimme verlauten. Er blickte beunruhigt in Richtung der Berge. "Wir werden Hilfe brauchen!", murmelte er und stand auf.

"Ich werde Elwenfreund ausrichten lassen, das wir ihre Hilfe brauchen, wir werden die FOC wieder vereinen!" rief er mir zu während er ins Lager der Jägerinnen zurück lief.

Elwenfreund gehörte zu den ersten tapferen Helden der Five of Coins. Sie war ebenfalls eine mächtige und anmutige Amazone, welche die knorrigen Äste ihres magischen Bogens mit spielerischen Kunstfertigkeit zu biegen wusste. Doch ihre gar mächtigste Fähigkeit war die Kunst des tödlichen Schweigens. Durch diese war sie in der Lage Horden von Gesindel in den Wahnsinn zu treiben. Mit ihrer Hilfe sollten wir in der Lage sein Guiden aus seiner Gefangenschaft zu befreien.

11 Tag Aufbruch in die Berge

Rötlich leuchtete der Mond über Aventurien, er hüllte das Lager in herbstlichen Schein. Die Vögel begannen ihr letztes Lied in diesem Jahre zu singen, der Winter stand bevor. Elwenfreund war in der Nacht im Lager eingetroffen. Sie wirkte frisch und unversehrt, bereit uns bei unserem Kampfe zu unterstützen.

Den Rest der Nacht hatten damit wir damit verbracht uns auf unsere lange Reise in die Berge Aventuriens vorzubereiten. Kruun ließ sich beim örtlichen Schmied extra ein neues Schwert fertigen, welches nun feurig rot in seiner Hand aufblitzte. Elwenfreund versuchte noch einige Eispfeile aufzutreiben, welches ihr auch gelang, obwohl der Händler einen herben Aufschlag für dieses frühe Geschäft verlangte. Ich saß am Lagerfeuer und genoss die letzte Wärme, die mir in der nächsten Zeit zu Teil werden sollte. Ich wartete nun ungeduldig auf meine Brüder, es wart Zeit aufzubrechen.

Die Sonne reckte bereits langsam ihre ersten wärmenden Strahlen über den Horizont, und tauchte das Lager in ein sanftes güldenes Morgenlicht. "Es wird deutlich kälter in den Bergen werden", dachte ich mir und packte eine gewampste Rüstung zu meinem Marschgepäck. Kurze Zeit später traten wir unsere Reise an, es wird ein langer, gefahrvoller Marsch werden, doch es galt einen Freund zu retten.

Gegen Mitte des Tages erreichten wir den Fuß des Hochgebirges. Irgendwo dort oben, tief versteckt in den Gebirgstalern musste unser Bruder sein. Wir waren bereit...

Ein kühler Wind wehte uns durch die Gesichter, ich hörte das leichte Schnaufen meiner Gefährten. Es war ein beschwerlicher Aufstieg, immerzu musste man aufpassen nicht versehentlich auf dem nachgiebigen Untergrund den Halt zu verlieren und nach einem tiefen, langen Fall am Fuß des Berges wieder aufzuschlagen. Immer wieder lösten sich kleinere Gesteinsbrocken, welche laut polternd den Abhang herunterrollten. Zeitweise konnten wir nur mit dem Schild über unseren Häuptern voranschreiten. Nach zwei Stunden erreichten wir ein erstes Plateau. Wir beschlossen hier einwenig zu rasten.

Elwenfreund schoss uns eine der viele Gebirgsratten und bereitete uns eine hervorragende Mahlzeit zu. Sie sollte uns wertvolle Kräfte geben.

"Hat Guiden noch einmal zu Dir gesprochen", fragte Kruun, nachdenklich drehte er den Rattenholzspieß im Feuer, "Nein, nur dieses eine mal, mein Freund!" murmelte ich ihm zu, den Mund voller Rattenfleisch. Wir spürten die fortwährende Unruhe die uns ergriff, die Ungewissheit machte uns schwer zu schaffen. Ich nahm einen tiefen Schluck erfrischendes Wasser aus meiner Feldflasche, ich merkte wie mein Körper nach Erleichterung rief.
"Habt Acht Brüder lasst die Umgebung nicht aus den Augen, ich werde in der Zwischenzeit Fäzes ein Opfer bringen!" rief ich eilig meinen Gefährten zu, schon damit beschäftigt die ersten Scharniere meiner Rüstung zu lösen. Meine Gefährten lachten leise.

Ich beschloss hinter einem Busch mein Vorhaben zu vollenden. Scheppernd fiel die Rüstung zu Boden. Meine Gelenke ächzten laut als ich mich in die Hocke setze. Ich versuchte zu entspannen...

Auf meinem Rückweg bemerkte ich eine seltsames Kribbeln, welches sich über mein Linkes Bein erstreckte. "Seit ihr bereit aufzubrechen ?" fragte ich in die Runde, das Kribbeln verwandelte sich langsam zu einem Brennen welches sich um meine Hüfte schlung. "Wir sind bereit!" flüsterte Elwenfreund. Kruun und ich schauten uns verwundert an. "Wohl an!" rief Kruun und schwang sich auf die Beine, sein Schwert schien in der Kühleren Luft nun heller zu leuchten.
Als wir unseren Weg fortsetzten, nahm mir ein heftiger Schmerz in der Brust den Atem, ich stürzte zur Seite , verlor den Halt, drohte den Abhang herunter zu rutschen, doch da packte mich die rettende Hand Elwenfreunds, sie zog mich an sich.
Der Schmerz entwickelte sich zu einem Feuer aus tausend Nadelstichen, ich schrie. Mit einem letzten Aufbäumen riss ich mir den Brustpanzer vom Leibe. Und starrte in die erschrockenen Augen meiner Gefährten. Auf meiner Brust wandte sich ein schwarzes merkwürdiges Getier und es begann sich langsam in meinen Körper zu fressen. Blut rannte mir in langen Rinnsalen die Brust hinunter, feuerrote Spuren an meinem Körper markierten den Weg des Geschöpfes. Ich versuchte das Scheusal mit beiden Händen an seinem Schwanz zu packen, zu verhindern das es mir ein tiefes Loch in meine Brust trieb. Es war vergeblich, immerzu glitt mir den Hinterleib durch die Hände, es war nicht aufzuhalten, immer tiefer fraß es sich mit seinen scharfen Zähnen in mich hinein. Der Schmerz war unerträglich.
Unter den Augen meiner Kameraden mussten wir mit ansehen wie das Scheusal laut schlürfend in meinen Eingeweiden verschwand. Der Schmerz erlosch...

"Gütiger Himmel was war das?" Kruun wirkte nun noch besorgte als er es ohnehin schon war. "Ich weiß es nicht, doch ich weiß das der Schmerz vorbei ist! Lasst uns unseren Weg fortsetzen! Guiden braucht uns!" erwiderte ich, die Wunde mit Tuch verbindend. Nach ein paar Minuten hörte die Wunde auf zubluten. Unverständlicherweise ging es mir besser als je zuvor. Doch leises Zittern in meinen Eingeweiden machte die Präsenz des Getiers nur allzu deutlich. Eine steile Wand ragte vor uns in den bewölkten Himmel, es scheint Schnee zu geben, dachte ich mir, wir müssen den Gipfel vor der Dämmerung erreichen.
Wir machten uns daran die Steile Wand empor zuklimmen. " Bei den sieben Heiligen, diese Wand werden wir nie erzwingen, murmelte ich in mich hinein, " Warto, los du schaffst es! Wir halten zusammen" rief Kruun mir zu, er befand sich etwa 10 Ellen über mir, "Nimm dieses Seil ich ziehe Dich auf den nächsten Vorsprung!". Ich packte das Seil mit aller Kraft, merkte wie sich meine Brust verspannte, und zog mich auf den schmalen Vorsprung. "Noch 300 Ellen dann haben wir es hinter uns! War doch ein lächerliches Unterfangen, lasst uns noch mal unten anfangen, Brüder!" rief ich schnaufend meinen Kameraden zu. Trotz der mittlerweile klirrenden Kälte brachen wir in schallendes Gelächter aus, ein paar Gesteinsbrocken lösten sich und fielen auf uns hernieder. So übten wir uns wieder in Stille.

Bei Anbruch der Dämmerung erreichten wir den Gipfel. Vor uns erstreckte sich nun eine riesige Ebene, sie war dicht bewaldet und allerorts waren dunkle, flüsternde Stimmen zu vernehmen. Merkwürdige geflügelte Wesen durchschnitten mit ihren Schwingen die kalte Luft des Abendhimmels.

Das Reich der Schatten war erreicht.

Innerlich hofften wir auf ein baldiges Wiedersehen mit Guiden.

Als die Finsternis über uns wie der dunkle Mantel des Todes hereinbrach, beschlossen wir an der Waldesgrenze unser Nachtlager aufzuschlagen. Wir hofften ein bisschen Schlaf zu finden, bevor der Kampf gegen die Schatten beginnen würde.

Unsere Hoffnungen wurden bitter enttäuscht...

Erschreckt wachten wir aus tiefen Schlafe auf, als wir in der Nähe schrilles Kreischen vernahmen. Unsere Blicke durchstreiften durch die Dunkelheit. "Dort" schrie Kruun " zwischen den alten Bäumen!". Ein Meer von grünen Augen blitzte uns entgegen...
Es waren die Schatten, unerwartet wie sie auftauchten, stürzten sie sich auf uns. Sie brachen in wildes Geschrei aus. Halb trunken vor Schlaf rissen wir uns hoch, ergriffen unsere Waffen und stellten uns den Gegnern. Der erste Schatten traf Elwenfreund von hinten. Tobend grub der Schatten seine scharfen Krallen in Elwenfreunds Rücken. Elwenfreund heulte auf vor Schmerz, gewandt drehte sie sich und warf dem Scheusal eine Schweigeattacke zu. Abrupt verstummte das Scheusal und erstarrte wie eine Eissäule, Kruun hob sein mächtiges Schwert, schlug es mit aller Gewalt gegen das Wesen, Fetzen von schleimiger Substanz schoss uns entgegen.
Tropfen der Substanz streiften Kruun und hinterließen rote Feuermale an dessen Armen.

Einer der Schatten umschlang mich mit seinen kalten, toten Armen, es war die Umarmung des Verderbens, doch diese wurde jäh durch einen Eispfeil von Elwenfreund gelöst, welcher zischend in den Feind eindrang. Ich blickte mich um und sah sie, den Bogen angespannt, bereit unser Leben mit dem ihrigen zu verteidigen. Ich warf ihr einen Blick des Dankes zu und stürzte mich auf den nächsten Feind. Der Wald war nun erfüllt mit wilden Schreien, unbeirrt gruben wir unsere Klingen in die Geschöpfe. Immer wieder spritzten uns heißer Schleim und Fetzen ins Gesicht, doch wir gaben nicht nach. Nach schier endlosen Minuten war der Feind besiegt.

So unerwartet wie die Schatten aufgetaucht waren, waren sie auch wieder verschwunden. Nun wussten sie das wir hier waren! Bereit unseren Freund aus ihren Fängen zu befreien. "Mein Arm brennt wie Feuer! Die Bestien hatten Blut wie Säure" pustete Kruun, lange rote Striemen verzierten seine Arme, kleine eitrige Bläschen zogen sich von seiner Elle bis zur Hand. "Zeige mir deine Arme, mein Bruder!" es war Elwenfreund, völlig unberührt von ihrer Verletzung an der Schulter schlich sie gewandt zu ihm. Sie nahm ein paar Kräuter aus ihrem Gürtel und legte diese auf Kruuns Arm. Ein leises Zischen hallte durch die Nacht. Kruun genoss sichtlich die kühlende Wirkung der Kräuter, er dankte Elwenfreund und machte sich daran seine Ausrüstung zu inspizieren. "Wie geht es Dir Warto? Spürst Du irgendwelche Pein?" wandte sich Elwenfreund zu mir, "Nein meine Gefährtin, mir geht es gut, abgesehen davon das irgendein Untier in meinem Körper haust!" Elwenfreund nickte und zog sich zurück. Elwenfreund war schon eine überaus gute Seele!", dachte ich mir "In einem früheren Leben wandelte sie bestimmt in Gestalt eines Engels durch Aventurien". Das Wesen in meinem Körper wandte sich wieder, ich fühlte mich wie ein schwangeres Weib welches ihren Nachwuchs im Unterleibe spürte. Ich versuchte es zu vergessen, denn eine wichtige Aufgabe stand vor uns.

Wir beschlossen uns noch bis zum Anbruch des Tages auszuruhen.

12 Tag Die geheime Zuflucht

Als wir aufwachten blickten wir auf eine verschneite Landschaft, es war der erste Schnee in diesem Jahr. Unser Atem hinterließ helle Schwaden in der Luft. Ich beschloss meine gewampste Rüstung überzustreifen und auch meine Kameraden legten wärmere Rüstungen an. Die Kampfesspuren der vergangenen Nacht waren nun überdeckt mit weißem Schnee.

Wir betraten die Dunkelheit des Waldes...

Es war finster, der Schnee knackte unter unseren Füßen. Wir drangen tiefer in den Wald hinein. "Kruun was sagen die Alten Schriften über den Ursprung der Schatten? Vielleicht finden wir Guiden ja dort!" schnaubte ich ihm zu. Kruun war gerade damit beschäftigt an einem Stück Dörrfleisch zu nagen. "Mmhh, so weit die Überlieferungen schreiben, sollen sich die Schatten an einem geheimen Ort tief unter den Wälder befinden! Es soll ein Ort zwischen den Welten sein! Halb in der unsrigen, halb in der Welt der Schatten! Ein wahrlich schauerlicher Ort!" entgegnete er. "Seht dort!" es war Elwenfreund welche sich weit von uns weg gewagt hatte. Sie stand an einem bläulich schimmernden Torbogen. Doch es war eigentlich gar kein Tor, sondern eher ein gigantischer Rahmen in dessen Mitte sich eine wasserähnliche Substanz befand. Elwenfreund berührte die Flüssigkeit, ihr Arm glitt hindurch, plötzlich war sie verschwunden.
Erschreckt blickten Kruun und ich uns an. Wir rannten zum Tor und sprangen hindurch.

Um uns war Schwärze. Wir merkten wie unsere Körper von einer fremden Macht gefangen wurde, sie riss uns in die Leere. Wir schwebten nun frei in einem großen, dunklen Raum. Schnell bewegten wir uns auf ein helles Licht zu, es nahm uns fast die Sinne. Sekunden später fanden wir uns auf dem harten Boden wieder. Elwenfreund stand neben uns. "Wir sind da Freunde!" sagte sie lächelnd, "Wir haben die geheime Zuflucht erreicht!"

Leise dumpfe Klänge erhallten diese unwirkliche Welt. Wir schauten uns um, doch wurde uns die Sicht durch die tiefe Schwärze, welche diese Welt durchzog, genommen. Was wird uns hier erwarten? Welche Schrecken lauern hier auf Opfer? Unser Weg führte uns über ein verwirrendes Brückensystem, es schien in der Luft zu schweben, getragen von einer mysteriösen Kraft.

Der Weg war uneben und allerorts lagen verwesende Leichenteile tapferer Recken. Es herrschte ein fürchterlicher Gestank. Ein Schrei unterbrach die monotone Atmosphäre. Am Ende des Weges stand ein Barbar, erbittert kämpfte er gegen dunkle Gestalten. "Nehmt dieses Schwert zu euch, ihr Kreaturen" schrie er ihnen entgegen und stieß es in eines der Wesen. Es verstummte und löste sich in Rauch auf. Wir stießen zu ihm und halfen bei seinem Kampf. Siegreich beendeten wir die Schlacht. Tote Körper der Feinde lagen uns zu Füßen.

"Wie lautet dein Name, mein Freund?", fragte Kruun den neuen Kameraden, "Ich werde Warwick genannt" erwiderte er und steckte seine Schwerte in die Scheide. "Willst du dich unserem Kampfe gegen das Böse und zum Wohl unseres Bruders anschließen?" warf ich Warwick zu, damit beschäftigt die toten Körper nach Brauchbarem zu untersuchen. "Gerne, ich helfe wo ich kann" sagte er. So sollte es denn nun sein. Wir konnten eine helfende Hand gut gebrauchen.

Tapfer wagten wir uns tiefer ins Labyrinth. Kruun erzeugte ein wahrlich kraftvolles Magischen Feld. Grünliches Licht umgab uns nun, es sollte uns vor feindlichen Angriffen vortrefflich schützen können. Es herrschte eine fürchterliche Stille, die klirrenden, dumpfen Geräusche waren verstummt, waren dies die Anzeichen eines drohenden Angriffs der Schatten? Wir wussten es nicht, dennoch schritten wir weiter mutig voran.

"Was um Horas Willen geht hier vor sich?" hörte ich Warwick vor sich hin murmeln, die Stille hielt an. Unsere schweren Schritte hallten deutlich in der Ferne. Waren dort nicht noch andere Geräusche zu hören, wir blieben stehen und lauschten der Stille, doch wir vernahmen nichts ungewöhnliches. Plötzlich ergriff mich die Schwärze der Nacht. Ich fand mich in jener feindlichen und unwirklichen Welt wieder, in der ich Guidens Stimme das erste mal vernahm. Ich sah an mir herab und erkannte das Wesen in meinen Eingeweiden, es hatte sich fest um meinen rechten Lungenflügel geschlungen. Es war schwarz und bösartig, bereit mir bei nächster Gelegenheit den Atem zu rauben. Doch noch schlief es, sammelte es Kraft? Ich wusste es nicht. Mir wurde schwindelig, ich wankte durch die Leere. Eine Stimme riss mich zurück. "Warto! Warto? Hörst Du mich?", es war wieder die Stimme Guidens, sie war nun stärker zu vernehmen. "Warto ihr die Brüder der FOC müsst mir helfen!". Die Stimme Guidens verstummte, das Bild einer riesigen Plattform wurde mir gewahr. In deren Mitte stand ein eiserner Käfig, verschwommen konnte ich die Gestalt eines Kriegers wahrnehmen. Ich versuche meine Sinne zu zentrieren. Ja es war die Gestalt Guidens. Guiden mein Freund! Wo bist Du?, es waren die letzten Gedanken die mir in den Sinn kamen. Ich wachte auf...

Die Gefährten standen um mich. "Alles in Ordnung, Warto?" Elwenfreunds Gesicht blickte mich besorgt an. "Ja alles in Ordnung, ich hatte wieder eine Vision von Guiden! Er ist hier ganz in der Nähe! Wir müssen uns beeilen!", Kruun half mir auf die Beine. Nun sollte es nicht mehr lange dauern. Freund wir sind bald bei Dir!
Wir schlugen unseren Weg gen Süden ein, ich hatte das Gefühl es sei der richtige Pfad. Nach einer langen Wanderung, bei welcher uns kein Feind zu Gesicht kam, erreichten wir eine Anhöhe. "Seht!" schrie Kruun, "Dort hinten!". Wir blickten in die von Kruun gezeigte Richtung. Und da war er! Guiden! Er befand sich in der Mitte eines riesigen Plateau. Er war gefangen, gefangen in einem eisernen Käfig. Der Käfig wirkte bedrohlich. Seine rostigen Stäbe leuchteten wie Feuer, an den Spitzen züngelten bedrohliche Schlangenwesen. Sie mussten an die 5 Meter lang sein. Rings um den Käfig waren Wachen postiert. Bereit sich jedem Eindringling zu stellen. Wir erblickten, Böse Erzmagier, Wesen die aussahen wie eine verrückte Durchmischung von Menschenwesen und Ziegenböcken und wir sahen die Schatten.
Sie wirken bedrohlicher als je zu vor. Ihre grünen Augen funkelten uns entgegen, die scharfen Krallen rieben immer wieder über den Boden und erzeugten ein groteskes schabendes Geräusch. Noch hatten sie uns nicht erblickt, noch war Zeit eine Strategie für unseren Angriff zu planen. Wir hockten uns hin, den Feind immer im Auge. "Wie gehen wir nun vor?" flüsterte Warwick, "Wir stürmen vor und brechen den Schergen die Hälse!" rief ich in die Runde, " Leise Warto der Feind könnte uns hören!", Kruun stieß mir seine Elle in die Seite, "Wir müssen wohlüberlegt an die Sache herangehen, nur so hat Guiden eine Chance!" flüsterte er weiter, "Du Elwenfreund lähmst den Feind zuerst mit einer Schweigeattacke, ich werde in der Zeit eine magische Aura zu unserem Schutze um uns legen! Wir bleiben zusammen, kämpfen dicht an dicht. Zuerst zerschmettern wir die Erzmagier dann den Rest des Gesindels. Elwenfreund du stärkst uns mit deinen magischen Pfeilen den Rücken!" sprach Kruun und schloss die Augen, er schien sich nun zu konzentrieren.
Wir setzten seinen Plan in die Tat um.
Laut brüllend stürmten wir dem Feinde entgegen. Aus den Augenwinkeln erkannte ich wie Elwenfreund seine Schweigeattacke auslöste. Der Himmel verstummte, es war ruhig, mit einem male brach eine gigantische, rötliche Welle über unseren Köpfen herbei. Es war die tödliche Schweigewelle Elwenfreunds. Sie näherte sich dem Feinde und schmetterte ihn mit gewaltiger Wucht zu Boden, der Feind wusste nicht wie im geschah. Das zornige Knurren der Schurken verstummte, es wurde abgelöst von lautem Knacken gebrochener Knochen. Unser Weg war vorbereitet. Warwick und ich stürzten vor, geschützt durch Kruuns magische Aura. Tief stießen wir unsre Waffen in den Feind. Ich holte aus, grub mein magisches Kriegsschwert zwischen die Augen eines Erzmagiers. Er schrie, eine blutige graue Masse tropfte aus der klaffenden Öffnung zwischen seinen Augen. Er sank zu Boden.
Ich sah wie Kruun einen der bösartigen Ziegenmänner packte, er wirbelte ihn durch Luft, er tat dies mit einer spielerischen Leichtigkeit. Mit einem heftigen Ruck enthauptete er die Gestalt. Den blutigen Schädel zu rechten lächelte er mich an.
Elwenfreunds Pfeile taten uns gute Unterstützung. Immer wieder flogen mächtige Eispfeile an uns vorbei. Vernichtend getroffen sanken die Gegner zu Boden, ihre Körperteile sprangen uns beim Aufprall auf dem harten Boden entgegen. Ich verlor den Halt, als ich auf ein herausgerissenes Auge trat. Ich fiel auf den Boden. Einer der Schatten holte mit seiner drohende Kralle aus um mich zu zerfetzen. Ein lautes Pfeifen beendete sein Dasein, Elwenfreunds Pfeil hatte ihn zielsicher im Nacken getroffen. Seine leeren grünen Augen starrten mir nun entgegen, es schien noch Leben in diesem Wesen zu sein. Laut kreischend stürmte es mit letzter Kraft auf mich zu. Ich versuchte auf die Beine zu kommen, doch es war vergeblich. Ich wuchtete mein Schwert vor meine Brust, tief drang es in den Körper der auf mich stürzenden Kreatur. Tod sackte sie in sich zusammen. Nach einem heftigen Kampf hatten wir uns den Weg gen Guidens Gefängnis gebahnt. "Guiden, mein Freund, schön Dich wohlbehalten wieder zutreffen" warf ihm Kruun zu. Kruun begann mit seinem magischen Hammer die Verriegelung des Käfigs zu zerschmettern. Funken sprühten, ein metallisches Klingen, das Schloss zersprang. Guiden war befreit.

Glücklich klopften wir uns auf die Schultern. Es war geschafft, die Five of Coins waren wieder vereint.

Gewaltiges Beben erschütterte den Boden. Vor uns begann sich der Boden zu spalten, Steine und die Körper der Feinde rollten in die nun vor uns klaffende Erdspalte. Heiße Schwaden und Rauch entstiegen dieser. Die Erschütterungen des Raumes nahmen zu.
Langsam konnten wir zwischen den Rauchschwaden die Silhouette einer Person erkennen. Sie wirkte bedrohlich groß und düster. Heiseres Lachen erfüllte den Raum. "Hier wollt mir also mein Spielzeug stehlen!" hallte eine finstere Stimme uns entgegen, "Hier werdet ihr euer Ende finden, kommet zu mir meine Kinder und nehmt eure Strafe entgegen!". Der Rauch löste sich allmählich auf, er gab nun die Sicht auf eine große, hagere Gestalt frei. Sie trug einen schwarzen Mantel, welcher in den Schwaden des Rauches wild hin und her wirbelte. Ein knochiges altes Gesicht blickte uns entgegen, durchzogen von unzähligen Narben, er musste schon viele Schlachten erlebt haben. Seine Augen funkelten uns böse zu. "Es ist Marqilus der schwarze Erzmagier!" schrie uns Guiden warnend zu "Passt auf! Er ist zu allem fähig!", "Kommt meine Kinder! Kommt zu mir!" vernahmen wir wieder. Leise schien er nun dunkle Formeln zu murmeln. Eine blaue Aura umgab ihn nun, kleine Blitze kündigten seine baldige Attacke an. "Dafür was du mir angetan hast, sollst du büßen!" keuchte Guiden ihm zu, er schien außer sich zu sein, es gab kein Halten mehr für ihn. Wutschnaubend rannte er auf den Marqilus zu.
Guiden sprach laute Worte vor sich hin, er begann sich langsam um seine eigene Achse zudrehen, seine Bewegungen wurden immer schneller, immer kontrollierter. Mächtig glänzte seine Lanze im staubaufgewirbelten Raum. Guiden begann seinen machtvollen Wirbeltanz.
Marqilus richtete völlig unberührt seine Hände gen Guiden, er schleuderte ihm eine heftige Feuerssäule entgegen. Heiß schossen die Flammen an Guiden vorbei, sein Wirbeltanz traf Marqilus gewaltig. Guidens prächtige Lanze zog eine riesige Wunde über dessen Körper. Marqilus wich zurück, er schien immer noch überlegen, doch wirkte er jetzt geschwächt? "Ihr werdet eurem Schicksal nicht entkommen, meine Kinder" schallte uns seine Stimme düster entgegen. Wieder schossen Feuersäulen aus seinen Fingern in unsere Richtung. Wir sprangen zur Seite, wichen dem Angriff aus, die Flammen verfehlten nur um Haaresbreite ihr Ziel. Der Geruch von versenktem Fleische lag in der Luft. Brüllend stießen Kruun und Guiden wieder dem Feind entgegen. Kruun sprang durch die Luft, stieß ihm seine ganze Macht in den Leib, Marqilus taumelte. Guiden setze zu einer neuen Wirbelattacke an. Die Lanze bohrte sich in den Leib des Magiers, eine zähflüssige Substanz hing an ihrer Spitze, welche nun aus Marqilus Rücken heraus ragte. Höhnisch lachte er uns an. Böse funkelten seine Augen, während er die Lanze packte, mit einem Ruck riss er sie aus seinem Leib. Erbittert hielt Guiden an der Lanze fest, doch gnadenlos wurde er samt seiner Waffe durch den Raum geschleudert. Benommen lang er auf dem kalten Boden. Warwick und ich nahmen unseren ganzen Mut zusammen, rennend liefen wir auf den Erzmagiern zu. "Dies wird dein Ende sein, Schurke!" riefen wir ihm zu.
Er antwortete uns mit verächtlichem Lachen. "Kommt meine Kinder, es an der Zeit für euch zu sterben!". Der feurige Glanz in seinen Augen schien zu verblassen, er sah uns mit seinen leeren Augen an, erstarrt stand er nun vor uns, die Arme zum Himmel erhoben, langsam öffnete er seinen Mund, Tropfen von Schleim verließen seine faulige Mundhöhle. "Ihr werdet alle sterben!" flüsterte er. Er sackte auf die Knie, griff sich an seinen Hinterkopf. Er blickte auf seine Hand, so war nun blutrot und voller Schleim. Langsam drehte er seinen Kopf, nun erkannten wir das klaffende Loch in seinem hageren Schädel, Gehirnmasse fiel in losen Klumpen aus der Öffnung. "Ihr werdet alle sterben!" zitternd brach die Stimme ab, er fiel vorne über. Ein letztes Zucken seines Körpers besiegelte sein Schicksal. Er gab nun die Sicht auf Elwenfreund frei, sie hatte sich unerkannt aus dem Hinterhalt an den Erzmagier herangeschleicht. Anmutig hielt sie ihren nun entspannten Kriegsbogen in den Händen, durch welchen sie treffsicher einen Pfeil mitten durch den Hinterkopf des Schurken trieb.

Wir fingen an aus dem Bauche heraus zu lachen, doch war es vor Freunde, das wir gesiegt hatten oder weil wir lebend dieses Abenteuer überstanden hatten. Glücklich fielen wir uns in die Arme.

"Warwick, du warst uns wahrlich eine große Stütze!" dankbar legte Kruun seine Hand auf dessen Schulter. "Solltest du jemals bei deinen Abenteuern Unterstützung brauchen oder du befindest dich in einer Notlage, sei dir der Hilfe der Five of Coins gewiss!" Guiden wirkte bei diesen Worten feierlich. Wir legten unsere Hände zusammen, und besiegelten unser Versprechen. Warwick dankte uns vom Grunde seines Herzen. Er verließ uns und brach zu neuen Abenteuern auf. Innerlich hofften wir alle, ihn bald wiederzusehen.

"Seht, Brüder hier!! Kommt schnell!!" es war Kruun, er stand am Ende des Plateaus in der Nähe einer riesigen Säule. Er kniete auf dem Boden und begann im Bodengrund zu graben. Wir gingen zu ihm. "Hier seht!" Kruun wirkte ganz aufgeregt, mit der Hand wischte er eine Steintafel frei, sie war tief unter den Steinen eingelassen. Die Tafel wirkte alt, sehr alt, auf ihr befand sich eine Schrift, sie wirkte auf mich fremd und eigenartig. "Das ist Mortanisch! Ich kenne diese Schrift!" Guiden kniete sich nieder. Er strich mit den Fingern über die Tafel, er ertastete die Schriftzeichen. "Bei Osiris, das kann nicht war sein!" er überrascht, wirkte jetzt aufgeregt wie ein kleines Kind. Mit zitternden Fingern tastete er weiter die Schrift ab. Wir warteten gespannt.
"Die Tafel berichtet von einen uralten Legende! Sie handelt von den wahrlich tapferen Taten der alten Tempelkrieger!" Guiden hielt inne, er nahm einen tiefen Atemzug. "Brüder, dies hier ist eine Schatzkarte! Die Karte führt uns zu den versteckten Schätzen der Tempelkrieger!", Guidens Worte überstürzten sich, ungeduldig las er die Inschrift weiter, " Doch der Weg dorthin ist lang und voller Gefahren! Es wird vor unzähligen Fallen und Prüfungen berichtet! Bei Osiris wir werden sie meistern!" Guiden begann sich die Schrift der Tafel einzuprägen. Ungläubig, wie erstarrt standen wir da und beobachteten Guiden. Wir konnten es nicht glauben, es einfach nicht wahr haben wollen! Wir hatten den Weg zum Lager der alten Tempelkrieger gefunden.

Den Weg zu unendlichen Reichtümern!
Welche Gefahren sollten uns begegnen, welchen Prüfungen sollten wir uns unterziehen?
Wir sollten es bald erfahren!

Ende des Tagebucheintrages

Kapitel 3

Die Legende der Tempelkrieger

20 Tag Die Straßen von Lut Gholein

Nach Tagen der langen, harten Wanderung erreichten wir die Tore der Wüstenstadt Lut Gholein. Es war ein kleines Städtchen, es wirkte schon fast verträumt auf aus. Trockene Windrosen rollten, angetrieben durch die sanfte, heiße Brise, an unseren Beinen vorbei. Die Sonne brannte heiß in diesen Breiten, von Anbrechen des Winters im Lande der Amazonen war hier nichts zu bemerken. Tropfen des Schweißes rollten unsere Stirn herunter. " Bei allen Göttern, hier ist es ja kaum auszuhalten!" schnaufte Kruun, er hielt sein rotes Schwert lose schwingend in der Hand. "Heiß wie bei den Schergen Diablos!" ergänzte Elwenfreund und grinste uns zu.
Guiden beschloss an diesem Tage seine Gestalt zu wandeln, es war immer wieder iritierent für uns, da wir wussten das er sich bei jeder seiner Körpertransformationen in eine andere Person mit eigenem Charakter verwandeln würde, man konnte nie wissen welch Wesensform Guiden wählen würde. "Guiden, bitte nicht wieder einen Artmesischen Teufelsschniefling!, er hat uns letztes mal die gesamten Vorräte aufgefressen!" flehte ich Guiden an. Er lachte zu uns herüber." Nein meine Freunde! Auf diesem Abenteuer brauchen wir die Hilfe einer ganz besonderen Person! Habt keine Frucht!". Guiden blieb stehen. Sein Gesicht entspannte sich. Langsam nahm sein Körper die Farbe des Meeres an. Erschrocken blieben die Menschen auf der Straße stehen, so etwas hatten sie noch nie gesehen. Guidens Kopf begann in der glühenden Sonne zu verschwimmen, sein Körper schien zu flackern. Die Stärke seiner Körperfarbe nahm stetig zu. Seine Arme begannen zu strumpfen, sein Körper wölbte sich. Mit offenen Mündern beobachteten wir die Transformation. "Er macht mir langsam Angst! Ob das gut geht!" Elwenfreund versteckte sich hinter unseren Rücken.
Guidens Körper fing an zu zittern, die Ausrüstung klapperte laut an seinem Körper. Seine Haare begannen zu wachsen, die Beine wurden schmaler und länger. "Bitte nicht den artmesischen Teufelsschniefling! Bitte nicht!" betete ich zu den Göttern. Rauch wandte sich nun um seine Gestalt. Die Straßen waren jetzt menschenleer, wahrscheinlich war es ihnen nicht geheuer, uns aber auch nicht. Die Schwaden des Rauches verzogen sich allmählich, sie gaben die Sicht auf eine weibliche Gestalt frei, sie wirkte grazil fast schon zerbrechlich. Gekleidet war sie in einem langen glitzernden Umhang. Ihr langes, schwarzes Haar wehte im Wüstenwind. " Seit gegrüßt meine Brüder!" rief sie uns zu " Nennt mich LightningRose!". " Bei Osiris, eine Zauberin!" Kruun wirkte erstaunt, " Sei gegrüßt LightningRose! Und sei willkommen in den Reihen der Five of Coins". " Dank euch oh ihr Götter! Es ist kein Teufelsschniefling!" dankend warf ich dem Himmel einen Blick zu.

Nun waren wir bereit unseren Weg fortzusetzen. Wir beschlossen die hiesige Stadtschenke aufzusuchen, um unser Vorhaben das Lager der Tempelkrieger zu finden zu besprechen. Als wir die Tür zu "Beim Hammer des Oracis" öffneten schwall uns eine dichte Wolke aus wilden Gemurmel, Rauchschwaden, der Geruch von Schweiß und abgestanden Mets entgegen. "Hier sind wir richtig!" lachte Kruun , " Es ist genau das was wir gewöhnt sind!" entgegnete ich ihm. Wir betraten die Schenke und suchten uns einen freien Tisch.

Eine dicke Bedienung trat zu uns. " Was wollt ihr?" sie wirkte ein bisschen mürrisch, "Bitte 4 Met für uns! Habt ihr auch irgendetwas zu speisen, nach der langen Reise sind wir ziemlich hungrig!" fragte LightningRose, "4 Met für die trockenen Kehlen dieser Abenteuer!" schrie sie einem fetten Kerl hinter den Tresen zu. "Mmhh, was wollt ihr den "speisen" Edle Damen und Herren?" fragte sie mir spitzer Zunge. "Was empfiehlt ihr uns?" ich sah sie fragend an. "Eine bessere Rasur und ein Bad!" züngelte sie mich an. Ich starrte verduzt in die Runde." Also, heute ist unser Madenbrot und der Käfereintopf sehr zu empfehlen!" grinsend blickte sie uns aus ihrem breiten Gesicht an. "Na dann nehmen wir 4 Madenbrote und den Käfereintopf für uns alle!" hungrig klapperte Elwenfreund mit dem Besteck auf dem alten Holztisch. Die Bedienung nickte und schlurfte zum Tresen.

"LightningRose was weißt Du noch über die Tafel der alten Tempelkrieger?", Kruun blickte sie fragend an. "All das Wissen, über welches Guiden verfügte, besitze ich auch. Was möchtest Du gerne erfahren?", " Alles was uns auf diesem Abenteuer hilfreich sein könnte!" ich nahm einen großzügigen Schluck vom vor mir stehenden Met, es schmeckte fahl, fast schon ranzig aber es war kühl, es tat gut. "Die Legende besagt, das die alten Tempelkrieger zu den Zeiten der mächtigen Magierkriege entstanden sind. Sie bewarten die Bevölkerung Aventuriens vor dem Armageddon. Zu ihren Zeiten trieben böse Mächte der Finsternis auf Erden ihr Unwesen allen voran Velos dem Herrscher über die Untoten, die Legende berichtet weiter er sei der Vater Diablos. In langen und verlustvollen Gefechten besiegten die Tempelkrieger Velos und bannten seine toten Überreste in das Gefängnis der Verzweiflung.
Über die Jahrhunderte hinweg bewarten sie so die Menschheit vor seiner Schreckensherrschaft. Weiterhin berichtet die Legende, das die Tempelkrieger in Velos Festung unermessliche Reichtümer fanden, welche sie gut versteckten!" LightningRose brach ab, die Bedienung nährte sich uns mit schwankenden Schritten. Sie trug Teller in ihren Händen. Leichter Dampf stieg von diesen auf. "So hier bitte schön ihr Helden, eure Mahlzeit" laut klirrenden stellte sie die Teller vor uns. " Das bewegt sich ja noch!" schrie ich die Alte entsetzt an, "Ja, lebend schmeckt es besonders gut!" grinste sie mir entgegen und schlurfte zu einem anderen Tisch." Dann lassen wirs uns mal schmecken, Brüder und Schwestern!" rief Kruun lachend. Ich blickte auf meinen Teller, welchen ein Brot und eine Schüssel Eintopf füllte. Die Maden schauten vorwitzig aus dem Brot hinaus und winkten mir zu. Mit ganzer Kraft schlug ich mit der Faust auf das Brot ein. Meine Kameraden schauten mich amüsiert an. "Die kleinen Mistviecher verspotten mich!" ich schlug weiter auf das Brot ein. "Euch vergeht wohl jetzt euer Lachen, ihr winziges Gesindel!" "Mein Held halte ein, und esse endlich dein Brot!" kicherte mir LightningRose zu. Ich ließ von meiner Beute ab und bekann gierig das Brot zu verschlingen. "Tod schmecken sie halt besser!" murmelte ich.

Wir redeten lange Stunden über unser Vorgehen, unsere Strategien das Versteck der Tempelkrieger zu finden, so bekamen wir gar nicht mit, wie sich der Mantel der Nacht langsam über Lut Gholein legte. Müde beschlossen wir uns eine Herberge für die Nacht zu suchen. Ein paar Straßen von der Dorfschenke entfernt wurden wir fündig, es waren zwar nicht die Quartiere eines Königs, doch sollte uns ein großer Raum und viel Stroh genüge sein. Wir schliefen sofort ein.

21 Tag Spurensuche

Tiefe Dunkelheit umgab mich, ich befand mich in einer fernen Welt. Ich ließ meinen Blick umher schweifen, doch bei dieser Finsternis konnte ich nichts erkennen. Ich tat einen Schritt vorwärts und stolperte über einen weichen Gegenstand. Blind bückte ich mich, tastete den Boden ab. Es war mein Kampfrucksack. Verlassen lag er auf dem körnigen Untergrund.
Ich öffnete den Rucksack, holte eine Fackel heraus und zündete sie an. Das flackernde Licht erhellte den Raum. Es war ein Art Höhle, verziert mit allerlei Wandschriften und Teppichen. Vorsichtig nährte ich mich ihnen und versuchte sie zu deuten. Zweifelsohne handelten sie von den Magierkriegen und den alten Tempelkriegern. Die Schriften zeigten den langen Kampf gegen Velos, und die blutigen Verluste der Tempelkrieger. " Velos ist der Retter der Welt!" hörte ich eine Stimme leise flüstern. Ich drehte mich, sah mich um, doch niemand war bei mir. " Ihm gehört die Herrschaft!" wieder vernahm ich diese unangenehme flüsternde Stimme. " Wer ist dort!" meine Stimme hallte von den Wänden wieder. Es herrschte Stille. Ich trat näher an eine der Teppiche. Eine dämonische Gestalt war dort abgebildet. Bedrohlich stieß sie einen Schwall Feuer und Hitze ein paar Tempelkriegern entgegen. Sie ähnelte der Gestalt Diablos, doch war seine Haut schwarz, durchzogen von Dornen und Hörnern. Seine Augen funkelten blutrot, die Pranken des Scheusal waren bedrohlich in die Höhe gerichtet, als wolle es die Feinde zerschmettern. " Ihr werdet niemals Velos besiegen!" die Stimme erfüllte wieder meinen Kopf. " Bei Osiris, wer bist Du?" rief ich in den Raum. Plötzliche Krämpfe in meiner Brust, beantworteten nur allzu sicher meine Frage. Das Wesen in meinem Körper legte sich enger um meine Lunge, es drohte sie zu zerquetschen. " Ist Dir jetzt gewahr wer zu Dir spricht?" flüsterte die Stimme höhnisch. Der Schmerz ließ langsam nach, ich schnappte nach Luft. " Verdammtes Untier! Ich reiße dich gleich aus meiner Brust heraus! Wer bist Du?" schrie ich verzweifelt dem Geschöpf zu. " Du wirst es noch früh genug erfahren!" die Stimme verstummte. Schwärze umschlang wieder meinen Geist.

Als mich die ersten Sonnenstrahlen weckten, fühlte ich mich wie gerädert und ausgepeitscht Schlaftrunken stand ich auf und reckte meine müden Glieder. Meine Kameraden schliefen noch. Leise Schnarchen erfüllte den recht kahlen Raum. "Eine Nacht nur auf Stroh ist nichts für uns heldenhafte Abenteuer!" ächzte ich meinen Kameraden zu. "Warto lass uns doch noch ein bisschen ruhen, wir müssen Kräfte gewinnen!" murmelte Elwenfreund verschlafen. "Recht hat sie!" Kruun legte sich auf die Seite. So ließ ich meine Freunde noch ein wenig schlafen, ich vermied es etwas von meinem nächtlichen Traum zu erwähnen, ich wollte sie nicht beunruhigen. Ich trat vor die Tür und genoss die angenehme Wärme der Morgensonne, welche hellrot über den Weiten des Horizontes hervorlugte.

"Was macht ihr am frühen Morgen hier draußen, Abenteurer?", hörte ich hinter mir eine Stimme. Ich blickte mich um und sah einen greisen Mann vor mir stehen. Er war in eine alte, Rüstung mit seltsamen Zeichen gekleidet, er stützte sich auf seinen Stab und lehnte sich zu mir runter. Trotz seines wahrscheinlich salomonischen Alters, wirkte er noch recht rüstig auf mich. " Ich warte auf meine Kameraden, sie versuchen noch Kräfte zu sammeln" sagte ich ihm. " Jaja die ungestüme Jugend! Als ich in dem eurigen Alter war, war ich auch immer auf der Suche nach Ruhm und Reichtum! Doch das Alter bringt die Weisheit mit sich, das dass nicht alles ist, wofür es sich zu streiten lohnt!" berichtete mir der Alte. So fing er an mir seine Lebensgeschichte zuerzählen, er redete von Scheusalen, bösen Seebestien und Schneefängern. Ich versank in seiner Welt.
" Warto was macht ihr hier draußen?" es war Kruun, verschlafen blickte er uns an. Ich blickte auf die Stadtsonnenuhr und bemerkte erst jetzt das der Alte fast 5 Stunden erzählt hatte. " Ich habe den Weisheiten dieses alten Kriegers gelauscht, ich muss die Zeit wohl vergessen haben!" ich drehte mich wieder zu dem Alten, doch er war verschwunden. "Ziemlich schnell der alter Bursche!" grinste mich Kruun an. " Ja vermutlich!" ich stand auf und wir warteten auf die anderen.

"Lasst uns unsere Ausrüstung vervollständigen! Die hiesigen Händler sind in ganz Aventurien für ihre gute Ware bekannt!" rief LightningRose und eilte zum nächsten Magiergeschäft. "Hurra einkaufen!" schrie Kruun und rannte los. Ich begab mich zum hiesigen Schmied und ließ ihn meine Kriegsschwerter überarbeiten, sie sollten stärker und tödlicher als je zu vor werden. Nach ein paar Stunden trafen wir uns vollbeladen mit neuer Ausrüstung und Tränken auf dem Marktplatz. "Schaut mal, Schaut mal!" Kruun wirkte aufgeregt wie ein kleines Kind, er hielt uns eine Lanze vor die Nase. "Diese kraftvolle Lanze habe ich mir bei Schmied herstellen lassen! Damit mache ich jeden Gegner nieder! Ich musste nur dafür mein Schlachtschwert in Zahlung geben!" Kruun tanzte freudig umher. " Dein schönes rotes Schwert,... für eine Lanze?? Du bist doch ein Paladin, Kruun!" verständnislos schüttelte ich den Kopf. Kruun konnte einfach nie einer neuen Waffe widerstehen, sah er etwas was ihm gefiel, musste er es sofort besitzen. "Ihr werdet mir für den Tausch noch dankbar sein, Freunde!" lachte uns Kruun zu. "Was hast du gekauft, LightningRose?" fragte ich sie. " Sage doch nicht immer LightningRose zu mir, nenn mich einfach Rose, Süßer!" sie blickte mir tief in die Augen. Ich wurde rot. "Einverstanden, Rose! Also was hast Du gekauft?" fragte ich sie, " Einen neuen Stab, er lässt die Welt um mich in Feuer vergehen!" sie deutete auf den langen, morschen Stab in ihrer Hand. " Unscheinbar, aber wahrlich mächtig!" fügte sie hinzu. " Genau wie meine Lanze! Aber ich hoffe ich störe euch nicht gerade!" rief Kruun dazwischen. Wir lachten.

"Während ich beim Magier war, erzählte er mir, das es in dieser Stadt einen weisen Mann gibt, der uns vielleicht bei unserem Vorhaben hilfreich sein kann! Wir sollten in aufsuchen!" Rose blickte uns auffordernt an.
Wir setzten ihren Vorschlag in die Tat um.
"Hier muss es sein!" sagte Rose. Wir erblickten ein altes Haus, der mürbe Kalk bröckelte an vielen Stellen aus der Fassade. Kruun klopfte an die Holztür. "Tretet ein!" hörten wir eine Stimme im Inneren. Der Raum war in seichtes Licht getaucht, das Sonnenlicht trat durch viele Spalten in den Wänden und der Decke. Am Ende des Raumes saß ein alter Mann in einer Rüstung auf einem Stuhl. "Tretet näher!" sagte er uns. Ich erkannte das es der Alte von heute morgen war. "Welche Sorgen plagen euch?" fragte er uns ruhig. " Man sagte mir du könntest uns bei unserer Suche nach den alten Tempelkriegern behilflich sein?" erwiderte Rose. "Ah, ihr seit auf der Suche nach den alten Tempelkriegern! Schon viele Abenteuer begaben sich auf die Suche nach Macht und Reichtum, sie alle wurde nie wieder in Aventurien gesehen!" sprach er ehrfurchtsvoll. "Wir haben in der geheimen Zuflucht eine Tafel über die Tempelkrieger gefunden, sie beschreibt den Weg zu ihrem Versteck. Doch wir wissen nicht von wo aus wir den Weg zu Ihnen antreten sollen!" sagte Rose. "Ihr habt die Tafel Argons gefunden? Ihr müsst wahrlich wackere Helden sein! Doch die Wege zu ihrem Versteck sind so vielfältig, wie die Winde der Wüste. Manche sind tödlich, manche führen zu fruchtbarem Boden. Euer Herz und euer Geschick werden euch leiten, doch habt acht! Solltet ihr nicht bereit sein euch den Prüfungen der Tempelkrieger zu unterziehen, so werden sie zu eurem Verderben!" sprach der Alte beschwörend, er gab Rose eine vergilbte Schriftrolle. "Hier mein Kind nehme diese Schrift, sie wird euch auf euerem Wege nützlich sein! Nun geht!" er deutete auf die Tür. Wir standen ungläubig im Raume, blickten ihn erstaunt an, sollte das alles sein, sollten das die wertvollen Hinweise sein, die wir zu erlangen erhofften?
Wir gingen zur Tür.
"Warto, warte! Komme noch einmal zu mir! Ihr anderen verlasst bitte nun mein Haus!" murmelte der Alte aus seiner Ecke. Wir blickten uns an, nun waren wir restlos ratlos. "Gehe zu ihm, Warto Wir warten draußen auf dich!" Rose drückte mich in Richtung des Alten.
"Was wünscht Du von mir, Alter Mann?" ich sah fragend in sein altes, freundliches Gesicht. "Setze Dich zu mir, mein Sohn!" er deute auf einen Schemel neben ihm. "Ich sehe du trägst eine große Gefahr in Dir! Nimm Dich vor ihm in acht, es versucht schon seine Pranken nach Dir auszustrecken!" er blickte mich ernst an. "Woher weißt Du?" ich fasste mir an die Brust. "Hier nimm diesen Stein! Er wird Dir noch hilfreich sein! Nun gehe auch Du mein Sohn!". Völlig verwirrt stand ich auf und ging nach draußen. "Nimm Dich vor dem Bösen in Acht" hörte ich noch den Alten hinter mir herrufen.

Meine Freunde standen vor dem Haus, neugierig blickten Sie mich an. "Einen Stein! Er hat mir einen Stein gegeben!" ich hielt den Stein in meiner Hand und zeigte ihn meinen Gefährten. "Was sollst Du denn mit diesem Kieselstein?" Kruun wirkte genauso fassungslos wie ich. "Ich weiß es nicht, doch muss es mit der Kreatur in meinem Inneren zu haben! Er sagte mir, ich solle mich vor dem Bösen in acht nehmen, ich habe keine Ahnung was er damit meint!" ich steckte den Stein in meine Tasche. "Vielleicht liegt es daran, dass ich heute nacht wieder von diesem Scheusal geträumt habe!" fragend blickte ich die anderen an. "Wieso hast Du uns nichts von dem Traum erzählt? Vielleicht steckt einen wichtige Botschaft in diesem!" vorwurfsvoll sah mich Elwenfreund an. Ich erzählte ihnen den gestrigen Traum.

"Du hättest uns von Deinem Traum früher erzählen sollen, Warto!" Rose wirkte erzürnt "Wir sollten einen Heiler aufsuchen, er muss das Tier aus Deinem Körper treiben!". "Nein!...es geht schon! Es scheint im Moment keine Gefahr von ihm auszugehen!" es war nicht meine Stimme die diese Worte sprach, doch ich konnte meine Gefährten nicht warnen, eine eigenartige Macht nahm mir die Fähigkeit eigene Worte zu bilden. "Du musst wissen was Du tust! Warto!" Kruun schaute mir besorgt in meine Augen. " Was ist auf der Schriftrolle, Rose?" ich konnte wieder mit eigenem Geiste sprechen, dennoch war es mir nicht möglich die Kreatur zu erwähnen. Rose starrte vertieft auf die Schrift, "Mmh sie zeigt die Abbildung eines Tempelkriegers! Mehr nicht! Wie soll das eine Hilfe für unseren Weg sein?" rief Rose verärgert. "Lasst uns trotzdem unsren Weg fortsetzen! Gehen wir in die Wüste und versuchen es einfach!" entgegnete Kruun trotzig. "So soll es denn geschehen!" Mit diesen Worten begannen wir unsere Reise.

22 Tag Die Suche nach den alten Tempelkriegern

Die Reise führte uns in die heiße und menschenfeindliche Wüste Aranochs, aus der Ferne war das Tamo Hochgebirge gut zuerkennen. Die Sonne glühte auf unsere Schädel, dunkle Vögel kreisten über unseren Häupter, immer bereit uns beim geringsten Schwächeanfall zu verspeisen.
" Verdammte Aasfresser, uns werdet ihr nicht in eure Mägen bekommen!" Elwenfreund warf den Tieren funkelnde Blicke entgegen. Blitzschnell schoss sie einen Pfeil auf die Vögel, kreischend stürzte eines die Tiere zu Boden.
"Welchen Weg sollen wir denn nun einschlagen?" erschöpft blickte ich Rose an. "Ich weiß es nicht mein Freund! Ich weiß es wirklich nicht! Die Tafel beschrieb nur den Weg ab dem Versteck, doch wo das Versteck sich befindet war dort nicht aufgeführt! Wir müssen suchen!" Rose versuchte aufzumunternd auf uns zu wirken. "Zeige mir noch einmal die Schrift des Alten! Das muss es doch einen Hinweis geben!" Rose gab mir die alten Schriftrolle. Ich öffnete die Rolle. Das Bild des Tempelkriegers sah mir entgegen. "Da muss es doch einen Hinweis geben!" murmelte ich ihn mich hinein. In diesem Augenblick fing die Schrift langsam an zu glühen. Sie erstrahlte in hellem weißlichen Glanze. Wir blieben stehen, schauten ungläubig auf die Rolle. Neben der Gestalt des Tempelkriegers begann sich ein Buchstabe zu bilden. Wir beobachteten das Schauspiel. "Es ist ein N!?" rief Kruun, "Ein N??" Elwenfreunds Gesicht sah uns fragend an. "Das ist es! Das ist der Hinweis!" Rose tänzelte vor Freude. "Was soll denn ein N für ein Hinweis sein??" ich verstand die Welt nicht mehr. " Na das N steht für Norden!! Wir müssen gen Norden gehen um das Versteck zu finden!" rief Rose. Sie nahm die Rolle und eilte schnellen Schrittes Richtung Norden. Unsere Müdigkeit war wie weggeblasen, wir hatten neuen Mut gefasst. Wir waren auf dem richtigen Weg!

Über Stunden hinweg bewegten wir uns nun gen Norden, die Hochgebirge Aventuriens kamen uns immer näher. "Sind wir noch auf dem richtigen Weg?" fragend sahen wir Rose an, sie blickte auf die Schriftrolle." Wir müssen nun weiter gen Westen!" auf der Rolle glühte der Buchstabe W, Rose rollte das Pergament wieder zusammen. " Es kann nicht mehr weit sein!" Rose wirkte zuversichtlich. Wohlwissend unserer Richtung setzten wir die Reise fort. Die Wüste wirkte hier nun steiniger, allerorts lagen große schwarze Steine, der feine Sand wich immer weiter zurück. Das Gehen fiel uns hier wesentlich leichter. Bei Anbruch der Dämmerung erreichten wir eine wunderlich große Oase, ihre riesigen Ausmaße passten überhaupt nicht in die hier so trockene Landschaft.

Gewaltige Palmenähnliche Pflanzen ragten weit in die Höhe des blauen Himmels. Sie mussten an die 100 Ellen hoch sein. Ihre Wipfeln wogten sich sacht im Wüstenwind. Weite Wiesen erstreckten sich über die Ebene, an deren Ende ein Wald lag.
"Man was für ein großer Flecken des Paradieses hat sich hier gebildet?" Elwenfreund starrte mit weiten Augen in die grüne, satte Landschaft. "Hier werden wir unser Nachtlager aufschlagen, meine Gefährten! Wir müssen neue Kräfte sammeln!" Rose fing an ihre Ausrüstung im hohen Grase abzulegen. " Wahrlich haben wir uns eine Pause verdient!" glücklich ließ ich mein Marschgepäck auf den Boden fallen. Seufzend setzte ich mich in das frische Gras und streckte meine ermatteten Beine aus. "Wir werden morgen früh mit der Erkundung dieses Gebietes beginnen!", Rose blickte auf die Schriftrolle, der Tempelkrieger wandelte sich nun in eine strahlende Statur, "Wir müssen nah dran sein!" rief Rose während sie ihre Rüstung abstreifte. "Wir müssen nah dran sein!" murmelte sie.

Mit geschickten Fingern sprach Rose einen Feuerzauber aus, dieses Feuer sollte uns vortrefflich wärmen. " Schaut mal her! Ich habe unser Abendessen!!" Kruun winkte freudig mit ein paar Wüstenschlangen in seinen Händen. " Die schmecken gebraten am besten!". Der Schlangenbraten schmeckte uns vorzüglich. " Hey, eine der Schlangen hat noch Eier im Leibe! So ein Glück!" befriedigt quetschte Elwenfreund den Hinterleib des Tieres und drückte die Eier heraus. Lustvoll schmatzend verspeiste sie die kleinen Eier. Der sanfte Schein des Feuers umgab nun unser Lager, wir sangen ruhmreiche Lieder, genossen die Erholung und bedauerten die Tatsache keinen Barden in unseren Reihen zu haben.

Wir fielen in einen tiefen Schlaf, die Schreie der hervorgekommen Nachtiere erschreckten uns nicht. Erholt wachten wir nach Stunden des Schlafes auf, der neue Tag hatte noch nicht begonnen, doch wir fühlten uns stark genug unsren Weg fortzusetzen. Unser Drang das Versteck der Tempelkrieger zu finden war einfach zu groß.
Der Mond schien sich langsam mit der Sonne zu wechseln, die Kühle Dunkelheit verlor sich allmählich. Die Schreie der Nachttiere wurden immer leiser.Ungedulig drängten wir nun darauf unser Ziel zu erreichen. Wir packten unsere Ausrüstung zusammen und wagten uns vor in den finsteren Wald. Die Schriftrolle fing an zu schwingen, ein leises summendes Geräusch ging von ihr aus. " Wir nähern uns unserem Ziel!" Kruun blickte aufgeregt in alle Richtungen.
" Hier ist was!" eine fremde Macht veranlasste meine Arme zu heben und auf einen Busch zu zeigen. Kruun schob die Triebe des Busches zu Seite, hinter diesen befand sich eine Steintafel, die Schriftzeichen ähnelten denen der Arcon Tafel. Rose studierte die Schrift. "Es ist eine alte Beschwörungsformel! Was wird diese wohl bewirken? Die Tafel trägt jedenfalls das Symbol der Tempelkrieger!" Rose schaute uns unschlüssig an. " Ist es eine erste Prüfung?" Kruuns Stirn zog sich in Falten. " Habe Mut und sprich die Formel!" rief ich Rose mit der fremden Stimme zu, ich war machtlos, kam nicht gegen diese Kraft an, ich fühlte wie sich der Wurm um meine Lunge wundt. "Deine Worte in Helos Ohr!" Rose sprach die Formel. Ein seltsames Glühen der Steintafel erhellte die Morgendämmerung. Mit lautem Donner berstete die Tafel in zwei Hälften, sie gab den Weg auf eine Art Tunnel frei. Wir vernahmen eine Stimme " Habt acht ihr Helden! Seit bereit euch den Prüfung der Tempelkrieger zu unterziehen. Nur die Kraft des Reinen Herzens und des Verstandes führt zu ihnen! Viel Glück!", die Stimme verstummte.

23 Tag Weg der Prüfung

Wir betraten den Tunnel, einige von uns mussten den Kopf einziehen, der Gang war weniger als 5 Ellen hoch. Ich zündete eine Fackel an um den dunklen Gang zu beleuchten. Das Licht schien sanft auf die Wände und gab die Sicht auf zahlreiche Wandmalereien frei. "Ich kenne diese Zeichnungen!" ich strich mit den Fingern über die Felswand, "Sie sind denen ähnlich wie ich sie in meinem Träume gesehen habe!"."Kannst Du etwas über die Prüfungen erkennen, Warto?" Kruun kam zu mir an die Wand. "Nein, sie handeln von den Kämpfen der Tempelkrieger gegen Velos und seinen Schergen. Die Prüfungen werden hier nicht erwähnt! Wir sollten auf der Hut sein." Ich ließ von der Wand ab und wir wagten uns vorsichtigen Schrittes tiefer in den Tunnel hinein.
Nach ein paar Minuten erreichten wir die erste größere Höhle. " HALT!! Wartet" rief Rose, sie bückte sich und hob einen Knochen vom Boden, welcher vor dem Höhleneingang lag auf. " Er sieht irgendwie verbrannt aus!" Kruun blickte angestrengt auf den Knochen, welcher mit hoher Wahrscheinlichkeit einmal der Unterarm eines mutigen Krieger war. "Verbrannt??" mit großen Augen blickte ich die beiden an. Rose schnüffelte an dem Knochen. "Ja ich stimme Dir zu Kruun, er wurde verbrannt, diese arme Seele!" Rose warf den Knochen unüberlegt in die Höhle. Leise Klicken erhellte den Raum als der Knochen auf der Erde landete. Gewaltige Feuerflammen stießen aus Boden und Wänden. Es war heiß, unerträglich heiß. Die Flammen versanken wieder in ihren Nischen. An der Stelle an der der Knochen lag war nur noch ein Häuflein Asche. "Bei den Schrecken der Berge! Eine Feuerfalle! Das hätten auch wir sein können." Elwenfreund blickte erstarrt in die Höhle. "Eine Prüfung, es ist bestimmt eine Prüfung!" Rose stemmte ihre Arme in die Hüften, sie schien zu überlegen. "Was ist wenn wir ganz schnell durch rennen?" Kruun sah uns fragend an. " Versuche es und Du wirst enden wie dieser Knochen! Nein, rennen ist nicht das richtige!" versuchte Rose ihm zu erklären.
"Was gehört zu Feuer?" fuhr Rose fort, "Wasser! Natürlich! Die Kraft des Wasser siegt über die Kraft des Feuers!". Rose erschuf einen gewaltigen Kältezauber. "Wenn ich "Jetzt" rufe, rennt ihr durch die Höhle!" rief sie uns zu, die Kraft ihres Zaubers nahm stetig zu. "Jetzt!!". Wir rannten als ob die Brut Diablos hinter uns her wäre. Wir erreichten die Mitte der Höhle, leises Klicken erhellte wieder den Raum. Feuerflammen schossen auf uns zu, drohten uns zu verzerren. Der Kältezauber Roses traf sie im richtigen Augenblick. Die Flammen erstarrten. Große Eisstallaktiten füllten nun die Höhle. Das Feuer war zu Eis erstarrt. Wir konnten die Höhle nun ohne Probleme passieren.
Die erste Prüfung schien bestanden.

Wir befanden uns wieder in einem langen Tunnel, unsere Fackeln erleuchteten ihn ein wenig und wir sahen die unzähligen Wandzeichnungen. "Man! Diese Tempelkrieger mussten wirklich Meister des Kampfes gewesen sein!" ehrfurchtsvoll blickte Elwenfreund auf die Malereien.
" Was ist das für eine Zeichnung?" Kruun glitt mit den Finger über diese, " Sie zeigt eine Kugel aus Erde! Ein Teil überrollt die Krieger und seht dort! Ein Teil durchrollt sie als wären sie Luft?!" Kruun strich wieder über die Zeichnung. Seine Finger verhackten sich an einer Unebenheit in der Wand. Unvorsichtig versuchte er seine Finger zu befreien, er riss einen Teil der Wand heraus. Ohrenbetäubendes Poltern durchfloss den Raum. Etwas schien sich auf uns zu zubewegen. "Was ist das?" schrie ich meinen Gefährten zu, ich konnte meine Stimme kaum hören. " Kehrt ihn euch, Kameraden!" schrie Rose, "Denkt das nur Luft euch umgibt! Ich habe da so eine Befürchtung!" sie warf ihre Fackel in die Tiefe des Tunnels. Sie erhellte nun eine weite Strecke vor uns, laut rummeltend wurde ihr Schein durch eine riesige Kugel welche auf uns zu rollte genommen. "Lauft! Gefährten! Lauft um euer Leben!" schrie ich den anderen zu. "Nein! Wartet!" Rose hielt uns fest, " Stellt euch vor die Kugel bestände nur aus Luft!". Die Kugel war uns nun schon bedrohlich nahe. "Rose ich bitte Dich, sieh sie Dir an! Sie wird uns gleich niederschmettern, wenn wir jetzt nicht die Flucht antreten!" Kruun sah Rose flehend an. "Vertraut mir! Denkt sie sei Luft!" Rose stellte sich aufrecht in den Gang und versank in tiefe Meditation. Wir taten ihr nach. Die Kugel war nun noch 10 Ellen von uns entfernt. Ich blinzelte mit einem Auge nach ihr und erkannte ihre ernormen Ausmaße, fast zu groß um sich im Tunnel fortzubewegen. Der Schwall des Donners umhüllte uns nun. Wir stellten uns vor die Kugel sei aus Luft erbaut. Ich öffnete wieder ein Auge und sah wie die Kugel ohne Schaden anzurichten durch Rose und Kruun hindurch glitt. Als sieh auf mich traf wurde ich mit enormer Wucht zu Boden geschleudert. Ich war benommen, was war passiert? Der Donner ließ nach.
Kruun half mir auf die Beine " Du warst zu unkonzentriert, Bruder, die Kräfte der Erde konnten nur durch die Kräfte der Lüfte besiegt werden! Doch dazu musst Du fest an diese glauben! Und vor allem nicht blinzeln, das stört die Konzentration" Kruun lächelte mich an. " Sind alle wohl auf?" Rose blickte uns an, " Dann können wir ja weiter!".

Nach einer uns endlich lang dauernden Wanderung durch den dunklen Tunnel erreichten wir eine riesig Höhle. Die hohe Wärme und die hohe Luftfeuchtigkeit nahm uns fast den Atem. Wasser tropfte von der Höhlendecke auf uns herab. "Wir müssen unter einem See oder Fluß sein!" Rose wischte sich über die Stirn. Wir schauten uns um.

Die Wandmalereien waren von den Wänden verschwunden, stattdessen waren die Zeichen der Tempelkrieger allerorts in die Wände eingelassen. In der Mitte der Höhle erkannten wir auf einem Potest stehend eine mächtige steinerne Statue. Sie ähnelte einem Drachen, sie besaß enorme Klauen, ihr Maul war zu einem wilden Fauchen aufgerissen. "Was ist das für eine Statue?" neugierig liefen wir zu ihr. "Seht dort ist eine Steintafel eingelassen!" Kruun bückte sich und wischte über den alten Stein. "Rose kannst du diese Schrift lesen?" Rose kam zu ihm herüber. "Ja es ist eine Inschrift von den alten Tempelkriegern, es wird eine Weile dauern bis ich sie übersetzt habe! Schaut euch in der Zeit ein bisschen in der Höhle um!" Rose kniete sich nieder und begann die Inschrift zu übersetzen.
Wir sahen uns die Höhle nun genauer an. Die Wände schienen silbrig zu glänzen und allerorts standen kleinen Sockel, auf ihnen war eine bläulichen Kugel angebracht. "Was hat es wohl mit diesen Säulen auf sich?" fragend strich ich mit der Hand über eine der Kugeln, sie gab ein leichtes Summen von sich. "Sehr merkwürdig!" Kruun untersuchte den Sockel, die Kugel vibrierte nun. Wir traten ein Stück zurück, die Kugel beruhigte sich wieder. "Vielleicht findet Rose ja eine Erklärung für diese Kugeln, lassen wir sie erst einmal in Ruhe." Kruun wendete sich ab.
Vergeblich suchten wir die Höhle nach weiteren Hinweisen ab, so beschlossen wir zu Rose zurück zukehren. "Hast du die Inschrift entschlüsselt, Rose?!" fragend blickten wir sie an. "Ich glaube ich weiß jetzt was sie bedeutet, sie ist eine Warnung!" ernst blickte Rose uns in die Augen. "Eine Warnung?!" Elwenfreund wirkte besorgt, nachdenklich strich sie durch ihre langen Haare. " Die Inschrift warnt die mutigen Abenteurer vor den Gefahren dieser Höhle! Und der tödlichen Macht der Verdammnis!" Rose wurde durch ein Zittern der Höhle unterbrochen, Gesteinsbrocken fielen von der Decke, die steinerne Statue schwankte bedrohlich.
"Ihr habt also das Versteck der Tempelkrieger gefunden, wackere Abenteurer!" ein tiefe Stimme durchdrang die Höhle. Aus dem Schatten der Dunkelheit näherte sich uns eine Gestalt. Sie war gekleidet in eine alte Rüstung, welche in ein goldenes Glühen gekleidet war. Der Schein unserer Fackeln traf nun auf die Gestalt, es war der Alte aus Lut Gholein.
"Seit gegrüßt, Ich bin Arthor der letzte der Tempelkrieger, Wächter über Velos" sprach er mit tiefer Stimme. "Was ist euer Begehren?" fragte er uns, " "Ruhm und Reichtum?" oder "Weisheit und Güte!" " er blickte uns an. "Was ist Ruhm und Reichtum ohne Weisheit und Güte wert!" entgegnete ihm Rose. " Eine weise Antwort, die eines wahren Helden" flüsterte er, "Was macht ihr wenn Euch finstere Mächte der Verdammnis um eure Hilfe bitten?" er wandte sich an Kruun, " Wir würden ihnen helfen und versuchen sie auf den Weg der Rechtschaffenheit zu bringen!" erwiderte Kruun. "Du triffst einen Sterbenden, der auf der Straße liegt, er führt einen großen Goldbeutel mit sich, Was tust du?" er stellte Elwenfreund die Frage. " Ich versuche dem Sterbenden zu helfen, schaffe ich es nicht so bringe ich seine Habseligkeiten zu seinen Angehörigen und betrauere mit ihnen ihren Tod!" sprach Elwenfreund, "Wahrlich edelmütig" Arthor lächelte." Nun zu dir mein Sohn." Arthor blickte mich mit einem festen Blick an. "Du triffst zwei sich streitende Menschen, sie drohen sich gegenseitig zu erschlagen! Was würdest du tun?", " Ich würde zu ihnen gehen, und den beiden verdammten Streithähnen bei lebendigen Leibe die Haut abziehen und ich Gehirn mit Wonne verspeisen!" schrie ich ihm mit fremder Stimme zu. Entsetzt sahen mich nun alle an. "Warto!" schrie Rose mir zu. Ich konnte sie nicht hören. "Ich kann es nicht mehr aushalten!" sagte ich mit schwindender Kraft, ich sackte zu Boden, ich schrie, ich spürte wie der Wurm in meinem Inneren sich von meiner Lunge löste, er wollte aus mir heraus. "Ahhhhh! Der Schmerz!" schrie ich verzweifelt, ich riss mich meinen Brustpanzer vom Leibe. Meine Brust wölbte und senkte sich nun immer stärker, der Wurm drückte mit aller Gewalt von innen gegen das Fleisch. Blut begann aus meiner Brust zu tropfen, "Der Schmerz!" schrie ich, meine Brust riss immer weiter auf, Fetzen von herausgerissenem Fleisch flogen aus der nun in mir klaffenden Wunde. Ein Schrei erfüllte den Raum, mit hörbaren Schlürfen glitt er Wurm aus meiner Brust, ich fiel zu Boden. "Tötet dieses Untier!" schrie Kruun entsetzt den Gefährten zu. Der Wurm schnellte vor, seine scharfen langen Zähne gruben sich tief in das Fleisch von Arthors Hals, Rose packte den Wurm, versuchte ihn von Arthor loszureißen, laut kreischend flog das Untier durch die Tiefe des Raumes. Tödlich getroffen sackte Arthor zu Boden, Blut trat gluckernd aus der tiefen Wunde an seinem Hals. Röchelnd lag er nun am Boden. "Sag uns wie wir dir helfen können!" Rose hielt seinen Kopf in ihrem Schoß.
"Lasst es so nicht enden!" röchelte er, "Ihr seit reinen Herzens, nehmet nun meinen Platz als Wächter über Velos ein! Sorgt dafür das diese verdammte Kreatur niemals wieder Herrschaft über die Menschheit erlangt!" flüsterte Arthor mit sterbender Stimme, "Nehmt meinen Platz ein, Bewahrt das Geheimnis der Tempelkrieger! Ich seit es mir schuldig! Versprecht es mir!" , "Wir versprechen es Dir!" sprach Rose im Namen von uns allen, Arthor stieß einen letzten Atemzug aus, dann fiel sein Kopf zur Seite. "Er ist tot!" trauerte Rose. "Wachet über Velos!" hallte eine Stimme durch die Höhle, ein heller Lichtstrahl verließ Arthors Körper und stieg empor. "Rose! Schnell komm her! Warto ist schwer verletzt!" schrie Kruun ihr zu, er kniete neben mir. "Warto! Warto gib nicht auf!" Kruun versuchte mit beiden Händen meine Eingeweide wieder in meinen Körper zu pressen, "Es ist vorbei, Freund! Kümmert euch nicht weiter um mich! Ich habe schließlich diese Kreatur in meinem Innern getragen! Ich bin Schuld!" hustete ich meinen Gefährten zu. "Rede keinen Unsinn, Warto, du trägst keine Schuld in dir! Wir halten zu Dir" mit tränenverschmierten Gesicht blickte Rose mich an. Immer mehr Blut trat aus meiner klaffenden Wunde, die von der Brust bis zum Nabel reichte. "Was ist das!" Elwenfreund zeigte auf meine Hosentasche, sie schien hell zu leuchten, sie kniete sich zu mir und griff in die Tasche. "Es ist der Stein! Er glüht!" rief sie, der Stein den mir der Alte gab strahlte nun ein warmes gütiges Licht aus.
"Legt diesen Stein in die Wunde!" hörten wir leise eine ferne Stimme flüstern. Elwenfreund legte den Stein in meine Wunde. Er war heiß, ich schrie, sein helles Leuchten nahm an Stärke zu, wir waren geblendet. Ich fühlte wie eine magische Kraft aus dem Stein in meinen Körper floss. "Die Wunde schließt sich!" verwundert starrte Rose auf meine Brust. Tausend kleine Nadelstiche durchbohrten meinen Körper, es waren höllische Schmerzen, aber ich fühlte wie sich langsam das Loch in meinem Körper schloss. "Warto ist alles in Ordnung?" besorgt sah mich Rose an, ich fühlte meine Brust ab doch ich fand weder eine klaffende Wunde noch eine Narbe, welche die Kreatur aus meinem Inneren hinterlassen haben könnte. Ich dankte dem Geist des alten Tempelkriegers, er hatte mir das Leben gerettet, obgleich wir das seinige nicht haben retten können.
"Wir werden das Geheimnis wahren und über Velos wachen!" schrie ich dem Himmel entgegen. Meine Gefährten bestätigten meinen Schwur mit wildem Geschrei.

Wieder bebte die Erde, die Statue zitterte. "Velos muss die Herrschaft wiedererlangen, der Meister muss befreit werden!" zischte eine Stimme leise. Heftige Erschütterungen folgten dieser Stimme. "Seht dort hinten!" Kruun zeigte auf einen der Sockel, " ...es ist die Kreatur aus Wartos Eingeweiden!", "Schnell tötet sie!" schrie Rose uns aufgeregt zu, zischend sauste ein Pfeil Elwenfreunds auf die Kreatur zu, doch sie konnte es nicht verhindern das sie in eine der blauen Kugel hinein glitt. Das Beben nahm an Stärke zu. "Velos muss frei sein!" hörten wir wieder die Stimme. Die Statue zitterte nun heftig, der Kalk begann von ihr abzufallen. " An die Wände! Geht an die Wände!" schrie uns Rose zu, wir liefen zu den Höhlenwänden um nicht von den herabfallenden Steinen getroffen zu werden. Es folgte eine heftige Explosion, die Statue schien in tausend Stücke zu zerspringen. Die Höhle war erfüllt von Rauch und aufgewirbelten Staub. "Frei!" grollte eine mächtige Stimme, "Endlich frei! So lange hat es gedauert, bis ein treuer Diener mich fand! Aris, mein treuer Diener, folge mir!", wir sahen einen riesigen schwarzen Schatten der durch den Raum glitt, es folgte wieder eine heftige Explosion, wir wurden zu Boden geschleudert, besinnungslos blieben wir am Boden liegen.
Als wir wieder zu uns kamen, hatten sich Rauch und Staub gelegt. An der Stelle wo einst die Statue stand, war jetzt nur noch ein riesiges Loch, ein leichter goldener Schimmer stieg aus diesem hervor. " Bei Osiris! Was ist passiert?" benommen stand Kruun vom Boden auf. "Es war Velos! Diese kleine verdammte Kreatur hat Velos befreit!" Rose wirkte verzweifelt. "Der Herrscher über die Verdammten? Wir haben ihn freigelassen!?" Elwenfreund war wie erstarrt.
"Schnell! Seht euch das an!" rief ich meinen Gefährten zu, ich war zu der Stelle an der einst die Statue stand gegangen, ich sah in das Loch und traute meinen Augen kaum, es war bis zum Rand mit Schwerter, Rüstungen, Schilde und alles was das Herz begehrt gefüllt, ich warf meinen Gefährten ein goldenes Scharfrichterschwert zu. Wir hatten die Reichtümer der alten Tempelkrieger gefunden, es waren unendliche Reichtümer. Doch zu welchem Preis hatten wir diese erkauft. "Gefährten!" rief Rose uns zu, " Nun ist es an uns diese Schätze zu beschützen und vor allem sind wir nun die Wächter über Velos! Wir müssen verhindern, das dieser Satan wieder die Herrschaft über die Menschheit übernimmt! Lasst uns schwören diese Brut der Hölle wieder in ihr Gefängnis zu bannen!" Rose wirkte fast feierlich, sie hielt uns ihre Hand entgegen.

So schworen wir, noch in der Höhle stehend, die unendlichen Reichtümer der Five of Coins mit unserem Leben zu beschützen und Velos zurück in sein Gefängnis zu bringen.

Bei allem was uns heilig war


Ende des Tagebucheintrags



Kapitel 4


Verwüstetes Land



30. Tag Die Rückkehr nach Lut Gholein


Mit reichlich neuer Ausrüstung machten wir uns auf den Rückweg nach Lut Gholein. Rose versiegelte die Höhle mit einem mächtigen magischen Schloss. Niemand fremdes außer den Five of Coins sollten jemals diesen Ort betreten dürfen.

Als wir den Tunnel ins Freie hinaus verließen, blieben wir erschrocken stehen. Die Landschaft hatte sich gewandelt, sie wirkte dunkel und bedrohlich auf uns. Der Himmel strahlte nun in einem dunkelgrünen Ton, kreischend folgen düstere Kreaturen durch die Lüfte, die einst so grüne Oase war einer schwarzen verkohlten Landschaft gewichen, leichte Dämpfe verließen aus tiefen Spalten die Erde. Die Freiheit Velos war uns nun allzu bewußt, wir mussten dieser Kreatur Einhalt gebieten.

Gegen Abend erreichten wir Lut Gholein, es bot sich uns ein Bild des Schreckens, die einst so verträumte Wüstenstadt lag nun in Trümmern. Viele der flachen Gebäude standen in Flammen, unbarmherzig fraß sich das Feuer weiter zu den nächsten Gebäuden. Überall lagen die Kadaver verbrannter Menschen und Tiere auf der Straße. Die Luft war gefüllt mit den Schmerzensschreien der Stadtbewohner, es war schrecklich.
Wir bemühten uns so viele arme Seelen wie möglich zu retten, rastlos sprach Rose Heilzauber aus. Wir verbrauchten unseren ganzen Vorrat an Heiltränken.
Gegen Abend entspannte sich die Situation, alle die noch laufen konnten taten ihr möglichstes um den Verletzten zu helfen.

Überall waren nun Stimmen zu vernehmen, die sich fragten welche Sünden sie begangen hatten um so gestraft zu werden. Der hiesige Schenkenwirt hatte sich einen kleinen Stand auf dem Marktplatz zu rechtgezimmert, die alte Bedienung fehlte allerdings, vermutlich hatte sie dieses Höllenfeuer nicht überlebt.
Wir beschlossen uns einwenig an der provisorischen Theke aufzuhalten, um Entspannung zu finden. "Wisst ihr was geschehen ist, wackere Helden?" mit fragenden Augen blickte uns der Wirt an, er stellte uns vier Gläser Met auf die Theke, "Teilt es euch gut ein! Es ist aus meinem letzten Fass! Es wurde alles vernichtet! Alles vernichtet!" er senkte seinen Blick und wischte mit einem Tuch über die Theke.
"Was habt ihr denn gesehen?" fragte ihn Rose. "Ich war gegen Mittag in meiner Schenke und plötzlich verdunkelte sich der Himmel, ich musste Fackeln anzünden, damit meine Gäste ihre Gläser finden konnten. Dann plötzlich ein Donner, die Erde bebte, es war schrecklich. Wir rannten nach draußen, mussten auspassen nicht von diesen fürchterlichen Blitzen erwischte zu werden. Dunkle Gestalten huschten durch die Lüfte, sie legten alles in Schutt und Asche. Plötzlich erkannten wir einen riesigen schwarzen Drachen am Himmel. Er schien uns finster anzulächeln. Wir konnten eine heisere Stimme vernehmen, welche sagte: "Seit willkommen, meine Kinder in meinem Reiche! Der Herrscher ist zurückgekehrt!". Wir liefen um unser Leben, doch viele schafften es nicht." Er schnäuzte in sein Wischtuch. "Es war Velos!" Rose blickte dem Wirt ins Gesicht, um uns hatten sich nun mehrere Dorfbewohner versammelt, sie sahen stark mitgenommen aus, dennoch hörten sie interessiert unserer Unterhaltung zu. "Velos?!" der Wirt wirkte unsicher, "Velos der Fürst der Verdammnis!" jemand der Dorfbewohner schrie hysterisch, " die alte Legende bewahrheitet sich!" schreiend lief er in die Dunkelheit. Lautes Gemurmel breitete sich nun unter den Dorfbewohnern aus. "Haltet ein Leute!" versuchte Kruun die Menge zu beruhigen, "Wir werde dafür sorgen das dieser Schrecken ein Ende nimmt!" Kruun hob die Arme. "Die Legende besagt, das nach dem Tode Diablo´s ein neuer Schreckensfürst die Welt betritt und das endgültige Armageddon auslöst." meldete sich eine Stimme aus der Menge. "Es ist kein neuer Schreckensfürst!" konterte Rose, "Es ist Diablo´s Vater!", ein Raunen durchzog die Menge, es versammelten sich immer mehr Menschen. Es war verwunderlich wie viele diese Katastrophe doch überlebt hatten. "Woher wisst ihr das?" fragte ein Junge aus der Menge, sein Arm wurde ihm abgerissen, Blut sickerte durch den losen Verband, dennoch wirkte er noch sehr agil.
"Auf unserer Suche nach den Tempelkriegern stießen wir auf Velos, er war mit einem Banne gefangen, doch er konnte sich befreien! Wir die Five of Coins stehen nun in der Verpflichtung diese Kreatur wieder dorthin zu verbannen, wo sie hingehört." sprach Rose und leerte ihr Glas.
Nach langen Diskussionen mit den Dorfbewohner beschlossen wir auf dem Marktplatz unser Nachtlager aufzuschlagen, viele der Einheimischen taten uns gleich, vielleicht fühlten sie sich durch unsere Anwesenheit sicherer. Wir genossen die Entspannung und schliefen recht schnell ein.


31. Tag Neuigkeiten aus der Ferne


Früh am Morgen wachten wir auf, die Morgensonne schien uns in einem dunkeln Rotton ins Gesicht. Velos hatte sich die Natur Untertan gemacht. Immer noch kreisten merkwürdige dunkle Gestalten durch die Lüfte, jetzt bei Tagesanbruch konnte man aber ihre wahre Herkunft erkennen, es waren gefallene Engel. Die stärksten Wesen die wir bis jetzt kannten.

Bei Tageslicht waren die wahren Ausmaße der Rückkehr Velos erst richtig einzuschätzen, fast die ganze Stadt lag in Trümmern, allerorts ragten nun riesige steinerne Pfähle aus dem Boden, die Vegetation hatte sich in ein schwarzes Nichts verwandelt.
"Bei Osiris, was haben wir da getan?" ich sah meine Gefährten traurig an. "Gib Dir nicht die schuld Warto" Kruun legte mir seine Hand auf die Schulter, "Wir werden Velos schon bald wieder in seine Verdammnis zurückgeschickt haben. "Was meinst Du dazu Rose?!" Kruun wendete seinen Blick auf sie. Rose wirkte konzentriert und abwesend. "Ich bekomme gerade eine Botschaft aus dem Lager der Jägerinnen, Velos scheint noch nicht bis dorthin vorgedrungen zu sein!". "Was für eine Botschaft empfängst Du denn gerade?" fragte ich sie neugierig. Rose löste den telepatischen Kontakt. "Wir haben neue Anwärter für unsere Gilde bekommen!" sagte sie leise. "Frischfleisch?!" freudig blickten wir sie an. "Endlich mal wieder etwas zu weich klopfen!" lachte Kruun. "Sie kommen genau richtig, in dieser schweren Stunde! Wir brauchen jede Hilfe die wir kriegen können! Wir müssen aufbrechen!" mit diesen Worten stand Rose auf und begann ihre Ausrüstung zu packen, wir taten ihr gleich.

Wohlgerüstet traten wir unsere Reise zum Lager der Jägerinnen an, versprachen den Dorfbewohnern von Lut Gholein aber alsbald wie möglich wieder zurück zu kehren.
Unsere Weg führte uns zurück in Richtung der Berge, mit schweren Blicken sahen wir auf das riesige Felsmassiv. "Könnt ich nur alles wieder ungeschehen machen!" murmelte ich in mich hinein, mein Blick wandte sich von den Bergen ab. "Werden unsere Chance noch bekommen!" Rose warf mir einen ermutigenden Blick zu. "Ich hoff Deine Worte werden Gehör finden.". Ein Kreischen unterbrach unsere Unterhaltung. "In Deckung!" schrie Kruun, er warf sich auf mich und riss mich zu Boden. Ich spürte einen starken Luftzug, es roch nach verbranntem Holz, ich richte meinen Blick auf und sah wie ein gefallener Engel über uns hinweg stieß. "Verdammte Kreatur!" stieß Elwenfreund in den dunklen Himmel. "Das war mehr als knapp, wie sollten auf der Hut sein Gefährten!" Rose sprach einen Schutzzauber, eine silbern schimmernde Kuppel umgab uns nun. "Das sollte sie erst einmal von uns abhalten, aber haltet weiter die Augen auf!".
Wir setzten unsere Reise fort.

Gegen Abend erreichten wir den Pass durch die Berge, der Weg sollte uns direkt durch den Dschungel Aventuriens zum Lager der Jägerinnen führen.
Als die Nacht über uns hereinbrach hatten wir gut ein Drittel des Passes überwunden, wir beschlossen uns ein sicheres Nachtlager zu suchen. Kruun entdeckte nahe unserer Raststelle eine Höhle in der Felswand. Die Höhle machte den Anschein als ob sie schon vielen Abenteurern als Zuflucht gedient habe. Allerorts waren Übereste von Feuerstellen, Wandmalereien und Knochen zu entdecken. "Wer steht heute auf der Höhlenputzliste?" fragte uns Elwenfreund lachend. "Immer der der fragt!" erwiderte Kruun mit einem Blitzen in seinen Augen. Elwenfreund Mundwinkeln zeigten nun in Richtung Erdreich. "Schon gut!" antwortete sie und stieß mit dem Fuß ein paar Knochen bei Seite. "Sieht doch schon recht gemütlich aus!" Elwenfreund setzte sich auf ein altes mottenzerfressenes Laken. Nachdem wir das Feuer angezündet hatten teilten wir die Nachtwachen ein. Ich sollte die erste Schicht übernehmen. So setzte ich mich vor den Höhleneingang und beobachtete die Nacht. Der Himmel war nun purpurschwarz, kein Schein der Sterne war zu vernehmen sie wurden überdeckt durch eine dunkele Schwadenmasse. Immer noch kreisten die dunklen Wächter der Finsternis durch die Lüfte. Waren sie näher gekommen? Ich wandte meinen Blick wieder von Himmel ab. Überall waren leise Geräusche zu vernehmen. Mal rollten Steine den Felshang herunter, mal hörte man die Todesschreie irgendwelcher Tiere. Der Kampf ums Überleben nahm auch des Nachts nicht ab.
Plötzlich vernahm ich einen markerschütternden Schrie ich schreckte auf, musste eingenickt sein. Was war los? Ich blickte zu allen Seiten, blickte zu meinen Gefährten doch diese waren unberührt. Auch sie waren durch den Schrei aufgewacht. "Warto! Was ist los? Was war das für ein Schrei?" Rose kam zum Höhleneingang. "Ich habe keine Ahnung, Rose! Aber es ist etwas geschehen!" besorgt löste ich mein Schwert aus seinem Schaft. Ein greller Blitz erhellte die Nacht, wieder ein Schrei, er war ganz in unserer Nähe. Wir fassten Mut und rannten in die Nacht, in Richtung des Schreies.
Als der nächste Blitz die Nacht erhellte sahen wir die Gestalt, sie schrie. Wir erkannten das es eine Zauberin war, welche auf ihrer nächtlichen Wanderung von zwei gefallenen Engel überrascht wurde. Wieder hob sie die Hände und schleuderte den Kreaturen einen Blitz entgegen. Mit voller Wucht wurde einer der Engel an die Felswand geschleudert. Unverletzt stand er auf und erwiderte den Angriff. "Halte aus! Wir kommen Dir zu Hilfe!" schrieen wir ihr zu. Kruun und ich rannten zur ihr, stießen unsere Schwerter in die Leiber der dunklen Engel, doch unser Stahl schien diese nicht zu verletzen. Ihre gewaltigen Pranken erwischten uns hart. Rose formte einen mächtigen Feuerzauber, stieß ihn den Kreaturen entgegen. Hellrote Flammen erhellten nun den Kampfesplatz. "Ihr kleinen Menschlein, glaubt ihr wirklich das ihr uns und Meister Velos mit solch schwachen Mitteln aufhalten könnt?" schallte uns eine düstere Stimme entgegen.
Mit diesen Worten schlug uns eine kraftvolle Macht zu Boden. Wir waren benommen.
"Zeit zu sterben!" tönte wieder die Stimme. "Rose und Du Unbekannte haltet sie mit ein paar Zaubern in Schach! Ich habe einen Plan! Warto! Elwenfreund! Schnell kommt zu mir!" Kruun versuchte wieder auf die Beine zukommen. Wir rannten zu ihm. "Hiermit segne ich unsere Schwerter! Hiermit segne ich unsre Pfeile! Möge die Kraft unserer Götter in unsere Waffen fließen" beschwörte Kruun, unsere Waffen waren nun mit einem hellen glänzenden Schein überzogen, mit der Kraft des Glaubens. Mit gezügtem Schwert rannten wir wieder den Kreaturen entgegen. Elwenfreund feuerte eine Pfeil ab, er traf einen der Engel zielgenau. Der Engel schrie, er wandte sich, zog den Pfeil aus seinem Leibe, er hinterlies ein großes hell glänzendes Loch. "Glaubt ihr, ihr könnt Velos aufhalten? Niemals!" schrie der Engel, er zerfiel zu Staub. Kruuns und mein Schwert trafen den letzten Engel zeitgleich. Ein Schreien und dann war auch er nur noch ein Häufchen Asche in der Nacht.
Wir schnappten nach Luft. "Das war knapp! Solch starken Kreaturen bin ich noch niemals zuvor begegnet" pustete die Unbekannte Zauberin, "Habt Dank für Eure Hilfe! Ohne Euch wäre ich verloren gewesen!" sie verneigte sich vor uns. " Es war uns eine Pflicht Dir zu helfen! Doch wie lautet Dein Name, Abenteurerin?" Rose erwiderte die Verneigung. "Man nennt mich MSNG_Schlampe!" wir starrten sie verdutzt an. "MSNG_Schlampe?! Was ist das den für ein Name, für solch eine heldenhafte Person?" ich blickte sie fragend an, sie lächelte "Nun ich trage den Namen den mir meine Eltern hinterließen! Ihr dürft mich aber auch Schlampe nennen! Wenn Euch dieser Name besser gefällt!". "Nun gut! So soll es sein! Wohin führt Dich Deine Reise?" fragte sie Kruun. " Ich hatte eigentlich vor in das Lager der Jägerinnen zurück zu kehren, die Gegend hier hat sich so merkwürdig verändert!", "Dann schließe Dich uns an! Denn wir haben das selbe Ziel!" Rose wartete ab. Sie nahm unseren Vorschlag dankend an. Den Rest der Nacht verbrachten wir in unserem Nachtlager, am frühen Morgen wollten wir wieder aufbrechen.


32. Tag Rückkehr ins Lager der Jägerinnen


Der neue Morgen wirkte genauso bedrohlich wie der letzte auf uns. Der Himmel war immer noch merkwürdig gefärbt, es wirkte alles so unreal.
Entschlossen, schnell das Lager der Jägerinnen zu erreichen setzten wir unsere Reise fort. Rose zauberte uns Siebenmeilenstiefel, welche uns ungemein nützlich waren, wir legten nun gigantische Strecken in kürzester Zeit zurück. Ohne sie wären wir noch Tage unterwegsgewesen.
Gegen Mittag erreichten wir die Grenze zum Lager der Jägerinnen, aus irgendeinem Grunde war genau ab der Landesgrenze das Gras wieder grün, der Himmel blau, alles war normal. Es schien als durchschritten wir einen Vorhang, welcher die Welt der Grausamkeit von der normalen Welt abschottete. Es war so als hätte jemand seine schützende Hand über das Gebiet der Jägerinnen gelegt. Wir waren ratlos. Vielleicht konnte der Dorfweise die Situation klären.
Wir durchschrittenen nun die saftigen grünen Wiesn welche sich durch das Gebiet der Jägerinnen zog. Aus den Wäldern hallten die Rufe unzähliger Vögel und Waldbewohner.
"Wie kann es sein? Wieso ist hier alles normal? Und in der Berg und Wüstenregion herrscht der Schrecken?" Kruun kratzte sich an seinem Kopf. "Warte ab Bruder wir werden sicherlich eine Antwort erhalten!" versuchte ihn Rose zu erklären.
In der Ferne sahen wir bereits den Schutzwall des Lagers. Es war nicht mehr weit...

Als wir uns dem Lager näherten hörten wir die ersten Rufe der Aussichtswachen. "Die Five of Coins kommen zurück!". Es herrschte nun wildes Getümmel im Lager, alle umlagerten uns, wollten wissen was geschehen ist und wieso so schreckliche Nachrichten aus den Nachbardörfern eingingen. Wir trafen uns mit dem Ältestenrat und erzählten unsere Geschichte.
"Welche imposante Abenteuer hab ihr in der letzten Zeit erlebt!" raunte einer der Ältesten, "Dennoch habt ihr mit der Befreiung Velos einen törichten Fehler begangen!" die Gruppe sah uns vorwurfsvoll an. "Wir wissen um unseren Fehler, doch seit gewiss das wir die Aufgabe, Velos in sein Verließ zurückzubringen, übernommen haben!" wildes Gemurmel verbreitete sich. "Ihr müsst wahrlich tapfere Krieger sein, wenn ihr euch dieser Aufgabe annehmen wollt!" mahnte uns einer der Alten, "Das wissen wir! Sagt aber vielmehr wieso hier, im Lager der Jägerinnen, die Welt noch in Ordnung scheint, wo sonst allerorts der Schrecken herrscht!?" fragte ich die Ältesten. "Nun, meine Kinder", fuhr einer der Alten fort, " wir schützen diese Region mit einem mächtigen Schutzzauber, er kostet uns alle Kraft! Aber wir sind in Gefahr! Bald können wir diesen Zauber nicht weiter aufrecht erhalten!". "Wieso? Was ist geschehen? Was raubt euch eure Kräfte?" fragte Rose, " Nicht weit von hier entfernt befindet sich eine riesige Festung, sie diente uns eins als Resistenz. Als Ort der Beratung. Leider ist sie nun in den Händen böser Mächte. Ihnen Einhalt zu gebieten raubt uns einen großen Teil unserer Kraft! Wenn ihr uns helfen könntet wären wir euch sehr dankbar!" die Alten schauten uns abwartend an." Natürlich helfen wir! Beschreibt uns den Weg und wir werden direkt morgen früh aufbrechen!" Rose wirkte euphorisch. "Habt Dank meine Kinder, ihr werdet es nicht bereuen!".
Wir verließen das Zelt.

Schlampe stand immer noch wartend vor dem Zelt, sie schien Abschied nehmen zu wollen. "Vielen Dank noch mal für eure Hilfe! Aber es warten noch Abenteuer auf mich! Lebt wohl!" rief sie uns zu, "Lebt wohl MSNG_Schlampe! Wir würden uns freuen mal wieder etwas von Dir zu hören! Wir werden Deinen Namen mit Ehre aussprechen!" erwiderten wir ihr. Hier trennten sich unsere Wege.

Rose war nun schon seit einer ganzen Weile verschwunden, wir wunderten uns wo sie wohl stecken mag. Kruun entzündete ein Feuer, es war an der Zeit ein wenig Ruhe zu finden und einen Happen zu essen. "Soll ich 4 oder 5 Waldbären erlegen?!" fragte uns Elwenfreund neugierig. "Ich habe heute nicht so viel Hunger, ich denke 4 Waldbären sollten ausreichen!" erwiderte ich Elwenfreund. Sie nickte und machte sich auf die Jagd.
Nach einer Stunde kam sie mit einem Handkarren und den erlegten Bären zurück. "Bärenbraten! Ahh!" hörte ich Kruun aus der Ecke schmatzen. Er hatte es sich auf seinem Lager richtig bequem gemacht und wartete nun auf sein Essen. Elwenfreund und ich hatten sichtliche Mühe die zwei Zentner schweren Tiere auf den Bratenspieß zu buchsieren, wir schafften es aber dennoch. Das ganze Lager war nun eingehüllt von köstlichstem Bärenbratengeruch.
Ich wollte gerade genüsslich in ein Hinterbein beißen, als uns die Stimme Roses unterbrach. "Freunde schaut her wenn ich mit gebracht habe!" sie hatte 4 junge und einen etwas älteren Krieger bei sich, "Das sind unsere Anwärter!" rief sie freudig, "Das sind ja noch Kinder! Und ein Greis" schmunzelte Kruun. "Ja, sie sind noch jung, aber sie wollen einmal so werden wie wir!" entgegnete sie, "Stellt Euch doch kurz meinen Gefährten vor!" rat sie den Bewerber.
"Man nennt mich Sir JhunRa, Meister über die Kreaturen!" rief uns der älteste Krieger entgegen, er wirkte schon sehr erfahren auf. "Haltet eure Skelette in Schach!" rief ich ihm amüsiert zu. Der nächste trat vor "Mein Name lautet InfernalJosh, meine Kraft ist die des Geistes!" er trat zurück und machte den anderen Platz. "Ich heiße ThousendWounds!" er wirbelte wild, fast schon ein bisschen unbeholfen mit seinen Schwertern umher. "Ruhig Junge, Ruhig, wir bringen dir noch die richtigen Bewegungen bei" rief ich ihm zu. "FocWulfgar, meine Lanze wird euch treue Dienste leiste!" es war ein junger Barbar der dieses lauthals schrie. Leicht verlegten, weil er mit solch lauter Stimme schrie, schritt er in die Reihe zurück.
"Ich bin Frightlance, auch ich versuche mich im Kampfe mit der Lanze. Ich will euch treu ergeben sein!" voller Aufregung lies er mit lautem Geklirre seine Lanze aus der Händen fallen. " Ich habe Ihnen geraten, solange wir unsere Aufgabe nachgehen, hier im Lager zu trainieren! Sollten wir unsere Aufgabe siegreich bestehen werden wir sie dann gezielt ausbilden! Was meint ihr?" fragt sie uns. "Ja sicher, so machen wir es" antwortete ich und biss in den Bärenbraten.
Ein helles blaues Licht umgab plötzlich unser kleines Lager. Wir hörten eine zaghafte Stimme "Hallo?!", "Mensch kann man nicht einmal hier in Ruhe essen?!" murrte Kruun, er sprang auf und suchte nach seinem Schwert. Er merkte allerdings nicht das es unter seinem Hintern gelegen hatte und er nun vergeblich suchte. Ich sah es, natürlich, aber ich sagte nichts, es war einfach zu köstlich. "Mensch, wo ist dem mein Schwert wieder hin?" Kruun wühlte in seinen Sachen. Wieder die zaghafte Stimme "Hallo?!" sie schien aus dem Blauen Licht zu kommen.
Rose blickte verwundert in das helle Licht " Hallo!" rief sie der Stimme zurück. Es folgte Stille, so als habe Rose den Rufer durch ihre Antwort erschreckt. "Wer seit ihr?" hörten wir wieder die Stimme flüstern. "Nun wir sind die FOC! Wer bist Du?", "Ist es dort drüben bei Euch sicher?" fragte die Stimme zögerlich weiter. "Es ist hier sicher wenn ich meinen Braten aufgegessen habe" Kruun suchte immer noch nach seinem Schwert, auf seiner Stirn glänzend nun kleine Schweißperlen. "Nun gut! Ich komme zu Euch" sprach die Stimme und in Mitten des bläulichen Schimmers war nun eine Gestalt zu vernehmen. Sie war hoch gewachsen, kräftig gebaut, dennoch wirkte sie vorsichtig, fast schon ein wenig ängstlich. Der Schein verlor sich allmählich, sie gab die Sicht nun gänzlich auf die Person frei. Es war ein Barbar. Er war noch jung. Vollbeladen mit seiner Ausrüstung und einer langen Hellebarde in seiner Hand stand er nun vor uns, er schien uns zu mustern. "So ihr seit also die Five of Coins?! Dann hat meine Wanderung wohl nun ein Ende!" sein Blick hob sich vom Boden und er blickte uns nun beherzt an. Er hatte noch das jungendliche Funkeln in seinen Augen, das Funkeln welches jeder von uns Abenteurern am Anfang seiner Reise besaß. "Du kennst uns?!" Rose setzte sich wieder ans Lagerfeuer. "Ja, in meiner Welt erzählt man sich viel von Euren Taten!" er legte seine Ausrüstung ab und setzte sich schwungvoll zu uns. Kruun ließ von der Suche nach seinem Schwert ab, auch er setzte sich wieder hin, sprang aber mit einem Schrei sofort wieder auf. Der Arme hatte sich mitten auf die Klinge seines Schwertes gesetzt. Ich kicherte. "Du...! Du!!! Du hast es gewusst nicht wahr?!" Kruun warf mir einen vorwurfsvollen Blick zu, er löste sich aber schnell wieder und wir lachten uns an.

"Von welcher Welt redest Du? Und wie überhaupt nennt man Dich?" ich bot ihm ein Stück des Bärenbratens an, gierig nahm er einen Bissen. "Na von meiner Welt! Wir nennen sie Terra und mich nennt man dort Genwar!" seine Beine knackten als er sie ausstreckte "Auch unsere Welt ist in den Fängen böser Mächte, doch bei uns gibt es nicht so viele die sich der Gefahr stellen wollen! Es geht eine Saga von einer fernen Welt um, in der eine Gruppe von Abenteuern den Schrecken der Nacht Einhalt gebietet! Unsere Alten nannten sie "Five of Coins", "Du willst also sagen das Du aus einer anderen Welt kommst, die in Schrecken gehüllt ist und keiner ist bereit für seine Freiheit zukämpfen?" Elwenfreund strich sich nachdenklich durch ihr Haar. "Ja da hast DU recht. Bei uns gibt es nur eine Handvoll Männer und Frauen die bereit wären sich der Verdammnis zu stellen. Doch sind wir keine Kämpfer, wir haben keine Meister, die uns hätten unterrichten können. So wurde ich von den Alten geschickt auszuziehen und die Five of Coins zu suchen. Ich will lernen wie man kämpft, so das ich einmal bereit bin meine Brüder und Schwestern in meiner Welt in dieser Kunst zu unterrichten! Bitte weist mich nicht zurück!" Genwar wirkte fast schon flehend auf uns. Rose stand wieder auf und legte ihre Hand auf seine Schulter, "Sei Dir unserer Hilfe gewiss! Und sei uns in der Zeit in den Reihen der Five of Coins willkommen!". Das Feuer flackerte stärker. Es warf einen seichten Schein auf das Gesicht Genwars, ich hätte schwören können das ich Tränen in seinem Gesicht gesehen hatte. Aber ich wollte es nicht erwähnen, er war einfach dankbar.

Es war spät geworden und da wir morgen recht früh aufbrechen wollten beschlossen wir noch ein wenig zu schlafen.

33. Tag Burg des Grauens


Ein lautes Geschrei durchzog das Lager. Aufschreckt regte sich Genwar empor. "Was war das? Feinde? Wo?" er stapfte wild umher. "Ruhig Genwar, das war bloß der Dorfhahn, ein Vogel, er weckt die Bewohner wenn der Tag anbricht!" beruhigte ihn Rose verschlafen. "Ein Hahn? Ein Vogel? Welch merkwürdige Geschöpfe habt ihr in Eurer Welt!", "Habt ihr den keine Tiere bei Euch?" fragte ich ihn, "Doch, aber keine die so fürchterlich schreien!" Genwar beruhigte sich wieder langsam.
Wir aßen die Reste von gestern auf und machten uns auf den Weg. Die Ältesten wünschten uns beim verlassen des Lagers Viel Glück und gaben uns ihren Segen.
"Wo genau ist denn jetzt diese Festung, Rose?" ich versuchte mit ihrem schnellen Schritt mitzuhalten, "Die Ältesten meinten es wäre ein paar Stunden von hier entfernt, hinter den großen Wäldern soll man sie schon sehen können!" erwiderte sie mir. "Was uns dort wohl erwarten mag?" fragte sich Elwenfreund, "Mit Sicherheit nichts Gutes!" Kruun schloss zu uns auf. Genwar hatte alle Mühe mit unserem Schritt mithalten zu können. "Geht es noch Genwar?" wir blickten auf ihn zurück. Schnaufend und pustend kam er näher, er lief nun leicht gebückt, die Last seiner Ausrüstung machte ihm zu schaffen "Es geht! Lauft nur weiter, meine Kondition ist leider noch nicht so gut wie die eure!" er stolperte über ein Stein. "Gib uns einen Teil deiner Ausrüstung, dann fällt Dir das Gehen leichter!" rief ich ihm zu, "Nein! Es geht schon! Wir müssen weiter!" beharrte er. "Eine Kämpfernatur!" murmelte mir Kruun zu und stieß mir leicht in die Seite.
Nach circa drei Stunden erreichten wir das Ende der Wälder, es gab die Sicht auf ein weites Tal frei. In mitten dessen ragte ein enormer Hügel empor. Und dort lag sie, die Festung. Sie wirkte schon fast wie verschmolzen mit dem Hügel, sie war dadurch fast uneinnehmbar.
"Wie gehen wir jetzt weiter vor?" mein Blick streifte die Runde, "Gehen wir einfach hin und klopfen an die Burgtore?", "So in etwa, Warto!" Rose setzte ihren Weg Richtung Festung vor. Ich stand sprachlos in der Landschaft. "Du willst einfach so hineingehen, Rose? Du weißt doch gar nicht was uns erwartet!" rief ich ihr hinterher, "Weißt Du es, Warto?" erwiderte sie, "Nein natürlich nicht!", "Also siehst Du! Gehen wir einfach" sie legte einen Schritt zu. Wir hatten Mühe sie einzuholen.
Nachdem wir den Hügel erklommen hatten standen wir vor den riesigen Festungstoren. "Und was nun?" fragte ich Rose, "Sollen wir klopfen?" ich erhob meine Faust und deutete an die Tore zu klopfen. In diesem Moment öffneten sich laut knarrend die Tore. "Was geht hier vor sich?" Genwar wirkte verängstigt, "Da hat wohl jemand nicht seine Tür abgeschlossen!" lächelte Rose "Lasst uns hinein gehen!".

Das Innere wirkte verwahrlost. Überall hatte sich eine dicke Staubdecke breit gemacht. Die Möbel der großen Eingangshalle waren überzogen mit Spinnweben. Laut hallten unsere Schritte von den Festungsmauern wieder. "Hier waren bestimmt schon lange keine lebenden Wesen mehr!" Kruuns Stimme hallte unzählige male wieder. "Ist hier jemand?!" rief ich in das Gemäuer hinein. Auch meine Stimmte hallte zig Male wieder.
Plötzlich vernahmen wir ein heiseres "JA!" es hallte kein einziges Mal.
Eine leichte Gänsehaut überzog unsere Körper, wir verspürten nun einen kalten Lufthauch, welcher an uns vorbei strich. "Rose, mir ist hier nicht wohl!" ich blickte ihr eindringlich ins Gesicht. "Warto wir sind gerade mal zwei Minuten hier und Du willst schon wieder gehen!?", ein lautes Poltern war irgendwo in der Festung zu vernehmen. Wir hörten Schritte, schlurfende Schritte, so als ob nackte, klobige Füße über den steinigen Boden strichen. Ich blickte mich um "Mir ist gar nicht wohl hier!", auch Kruun sah sich voller Unbehagen um. "Schauen wir uns diese Feste erst einmal in Ruhe an! Wir müssen ja schließlich den Dorfbewohnern helfen!" Rose wirkte energisch. "Teilen wir uns auf! Warto, Kruun und Genwar ihr schaut euch den östlichen Festungsflügel an! Ich und Elwenfreund werden uns im Westflügel um sehen! Vielleicht entdecken wir ja einen Hinweis.". Wir folgten Rose Plan und gingen getrennter Wege. Ich verspürte immer noch ein komisches Gefühl in der Magengegend.
Kruun öffnete unter lautem Ächzen die Tür zum Ostflügel, Staub fiel uns ins Gesicht. Kleine Spinnen und anders Krabbelgetier huschte erschreckt zur Seite, als ob sie Jahrhundertelang keinen Menschen zu Gesicht bekommen hatten. Vor uns erstreckte sich nun ein weiter Flur, wir zündeten Fackeln an um besser sehen zu können. Genwar entdeckte einige Wandfackeln und zündete diese ebenfalls an. Der Flur war nun in ein seichtes flackerndes Licht getaucht. "So wie gehen wir denn jetzt vor?" Genwar rieb sich an seinem Kopf. "Nun schauen wir uns doch einfach mal in den Räumen um, irgendwas werden wir schon finden!" Kruun ging zu einer der alten Türen und öffnete sie. Wir blickten in einen großen Raum, der wohl früher einmal als Schlafraum gedient haben musste. Am Ende des Raumes stand ein doch recht beachtliches Bett, es war staubüberzogen, wirkte aber doch noch recht einladend auf uns. "Ach jetzt ein bisschen ausruhen!" Genwar warf dem Bett einen schmachtenden Blick zu. "So ein junger Spund und denkt schon ans schlafen!" wir lachten. Kruun und ich machen uns daran den Raum ein wenig genauer zu inspizieren.

In den Kisten und Schränken die wir öffneten fanden wir ein Vielzahl von Kleidungs- und Ausrüstungsmitteln. "Wieso ist noch all das Zeug hier?" Kruun wirkte irritiert. Der plötzliche Aufschrie Genwars ließ uns von den Kisten aufschrecken. Wir blickten zu ihm. Er konnte anscheinend der Versuchung nicht widerstehen und hatte sich in das einladende Bett gelegt. Das leise Knacken unter seinem Gewicht hatte ihn aufschrecken lassen. Genwar zog die alte staubige Decke beiseite und sie gab den Blick auf ein Skelett frei. Der Mund des Schädels war zu einen Schrei aufgerissen, so als ob er eines grausigen Todes gestorben wäre. Wir untersuchten das Skelett genauer. Der Brustkorb wirkte aufgerissen, fast schon durch magische Kräfte von innen zersprengt. Bei diesem Anblick fasste ich mir an die eigene Brust und dachte mit Unbehagen an den Wurm. "Schaut!" Kruun zeigte auf die alte Schriftrolle in der Hand des Toten. "Ich bekomme sie nicht los!" Kruun zerrte an der Rolle, doch wollte der Tote scheinbar nicht von seiner Hinterlassenschaft ablassen. Mit einem lauten Knacken beendete Genwar die Situation. Er hielt nun die Hand des Toten in seinen Händen und brach die einzelnen Fingerknochen, so das sie die Botschaft frei gaben. "So machen wir das in unserer Welt" Genwar konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.
Wir öffneten die Schriftrolle. Sie war mit einer schlecht leserlichen Handschrift geschrieben, als war die Person in Eile gewesen diese Zeilen zu verfassen.
"Dies sollen meine letzten Worte sein und zugleich Warnung an alle jene die mir folgen wollen..." las Kruun, er blickte konzentriert auf die Schrift, versuchte sie zu entziffern. "Heute wird wohl mein letzter Tag in dieser Feste sein, der Schrecken ist mir schon auf der Spur! Ich werde versuchen mich in diesem Raum zu verstecken. Ich hoffe meine Gefährten tun es mir gleich. Unsere Suche nach dem Schlüssel der Macht soll hier wohl ihr Ende finden. Mögen die Götter mir beistehen!" die Botschaft war hier zu Ende, " gezeichnet Charlas" beendete Kruun. "Schlüssel der Macht? Schrecken?" fragte ich in den Raum. "Dass scheint mit unserer Aufgabe zusammen zuhängen! Scheinbar haben die Alten schon einmal eine Heldengruppe diese Aufgabe gestellt! Wohl ohne erfolg!" Kruun steckte die Schriftrolle in seine Gürteltasche. "Wir sollten Rose und Elwenfreund aufsuchen und ihnen berichten was wir gefunden haben!". Wir machten uns auf den Weg in den Westflügel. Dieser Flügel machte den Eindruck eines Spiegelbildes auf uns, er glich dem Ostflügel bis auf kleinste Staubkorn. "Rose?! Elwenfreund?!" unsere Rufe verhallten in den weiten der Festung. "Wieso antworten sie nicht?. Vergeblich schauten wir in jeden einzelnen Raum auf diesem Flur. Alle wirkten unberührt und verlassen auf uns. Doch in machen waren Spuren des Kampfes zu erkennen. Waren Rose und Elwenfreund in einen Kampf verstrickt worden? Wir machten uns nun ernsthafte Sorgen und riefen um so stärker ihre Namen, doch sie verhallten antwortlos in der Ferne.
"Schnell kommt her!" rief uns Kruun aus einem der Räume zu. Wir eilten zu ihn. Kruun stand vor einem geheimen Durchgang im Raum. Dieser schien in ein Kellergewölbe zu führen. "Hier, ich habe diesen Stofffetzen gefunden!" er hielt ein rotes Tuch vor unsere Nasen, es schien ein Teil von Rose Umhang gewesen zusein.

"Genwar, Du bist der jüngste von uns! Gehe voran!" ich schubste ihn in Richtung des Durchgangs. "Nein... Kruun ist der erfahrenste von uns! Er soll voran gehen!" mit einem hilfesuchenden Blick schaute er Kruun an. Amüsiert schaute Kruun zurück "Ok, Ok ich werde vorangehen! Ihr Hasenfüße!". Mit gezücktem Schwert stiegen wir den Durchgang hinab. Die Luft hier schmeckte fahl und abgestanden, leicht gewürzt durch einen Prise Staub die bei jedem Atemzug in unsere Lunge strömte. "Hier müsste aber mal gelüftet werden!" huste ich den Staub wieder aus. Meine Gefährten stimmten mir lautlos zu. Der Abstieg schien unendlich lange zu dauern, wir drangen immer tiefer in die Erde ein. Man spürte förmlich das heiße Magma des Erdkerns unter unseren Füßen und ein leichtes Pulsieren welches stetig an Intensität zu nahm. "Merkt ihr dieses Zucken des Bodens auch?" ich blickte nach vorne zu meinen Kameraden. "Ja, es fühlt sich merkwürdig an, als läge der Boden in Wehen!" Genwar bückte sich und betastete den Boden. "Wir müssen weiter! Vielleicht stecken Rose und Elwenfreund in Schwierigkeiten!" ermahnte uns Kruun. Wir näherten uns einem Licht. "Seht! Da vorne ist der Gang zu ende!". Schnellen Schrittes stiegen wir den Rest des Weges hinunter. Der Weg führte uns in eine mächtige Halle, irgendwie hatte wir das Gefühl das die Wände mit Leben versehen waren. Sie erstrahlten in einem hellen roten Licht, dunkelblaue Strängen zogen sich durch eine Vielzahl von Kanälen, durch welche eine seltsame Flüssigkeit floss. Genwar legte vorsichtig seine Hände auf eine der Wände, "Sie pulsiert!" erschreckt nahm er seine Hand wieder von der Wand. Es schien als würde der ganze Raum atmen, zog sich mal leicht, mal schwer vor und zurück. "Hier liegt was!" Kruun hob eine alte Schriftrolle vom Boden auf. "Ich habe es gefunden..." las er, "die Ursache für die seltsamen Geschehnisse, hier! Die Alten werden mich dafür mit Gold überhäufen! Ich werde nun..." Kruun brach ab "Hmm hier endet die Handschrift! Was meint er damit? War er ein Gehfährte von Charlas?" Kruun gab uns die Rolle. Ich schaute sie mir an und merkte das das letzte Wort sehr verzerrt aussah, als ob sie dem Verfasser inmitten des Wortes aus den Händen gerissen wurde. Ich gab sie wieder an Kruun zurück und er steckte auch diese in seine Gürteltasche. "Rose!! Elwenfreund!!" Genwar hatte sich zu einem der Durchgänge begeben und rief nun durch diese. Seine Rufe hallten nun nicht mehr, doch bemerkten wir das der Raum nun stärker zu pulsieren schien. War der Raum aufgebracht um unsere Sorgen um unsere Freunde? Meine Gedanken wurde durch das leise Rufen Rose unterbrochen. Sie schien sich nicht sehr weit von uns zu befinden. Wir rannten in Richtung ihrer Stimme. Der Boden begann schmierig und feucht zu werden, wir mussten aufpassen nicht auf dem schlüpfrigen Untergrund zu Boden zu stürzen.
Nicht weit von uns entfernt stießen wir auf Rose und Elwenfreund. Sie knieten auf dem Boden und untersuchten einen im Boden eingelassenen Sockel. "Hier seht was wir gefunden haben!" Rose deutete auf den Sockel, grüner Schleim tropfte von ihren Händen. "Wir haben uns Sorgen gemacht! Was macht ihr hier unten?", "Wir haben die Schriftrollen gefunden und sind ihnen einfach nachgegangen!" erklärte sie und strich wieder über den Sockel, wieder quoll grüner Schleim aus dessen Wänden. "Er ist ganz warm! Alles ist hier warm!" Rose wirkte faziniert. "Rose laut den Botschaften die wir bisher kennen, sollten wir auf der Hut sein! Irgendetwas geht hier vor sich! Sieh dich doch bloß um!" Kruun versuchte sie auf die Beine zu zerren. "Nein! Nein!" schrie Rose und wehrte sich nach Leibeskräften aufzustehen. Das Pulsieren des Raumes nahm zu. "In diesem Sockel ist der Schlüssel der Macht! Wir brauchen ihn! Er ist unsere Möglichkeit Velos zurück in sein Gefängnis zu bannen!" Rose stieß mit der Faust vor den Sockel. "Gib den Schlüssel, frei!" wieder stieß sie mit der Faust dagegen. Ein starker warmer Luftzug durchströmte den Raum, das pulsieren war nun deutlich und stark zu spüren. "Rose! Hör auf damit! Lass uns hier verschwinden!" Genwar begann nun auch an ihr zu zerren.
Ich bemerkte wie sich die Wände nun immer stärker auf und ab bewegten, die Flüssigkeit in den Wänden schien nun zu rasen.
"Niemals werdet ihr den Schlüssel der Macht erhalten! Niemals!" dröhnte eine heisere Stimme durch den Raum. Erstarrt blickten wir uns um, die Stimme schien aus dem Nichts zu kommen. Aber kam sie wirklich aus dem Nichts? Kam sie nicht eher aus den Wänden?
"Rose! Bitte! Steh auf!" verzweifelt riss Kruun an Rose, doch sie war wie festgekettet. "Nein! Wir brauchen den Schlüssel!" schrie sie und stieß ein Messer tief in den Sockel. Der Raum heulte auf, Schleim spritzte nun in einer langen Fontäne aus dem Sockel. "Niemals!" dröhnte wieder die Stimme. Der Sockel begann sich in den Boden zu vergraben. "Nein!" schrie Rose, versuchte den Sockel am einsinken zu hindern. Ein lautes Grollen lies uns aufschrecken, wir drehten uns um und sahen wie aus dem fleischigen Boden eine Gestalt wuchs. "Niemals werde ich es zu lassen!". Eine riesige Gestalt stand nun vor uns. Sie wirkte grob und fleischig, durchzogen von flüssigkeitsdurchströmten Strängen. "Ich werde meinem Meister Velos eine Freude bereiten und ihm eure Köpfe überreichen!" aus dem unförmigen Mund der Gestalt tropfte grüner Schleim. Der Boden bebete als sie sich uns nährte. "Wer bist Du?" schrie Rose, die sich jetzt wieder gefasst hatte, dem Monstrum zu. "Ich?" die Gestalt verharrte bevor sie in schallendes Gelächter ausbrach. "Ich bin die Seele dieser Festung, das Eins mit den Steinen, der Staub auf den Weben der Spinnen!" höhnte sie. Ein mächtige Schlag traf uns und schleuderte uns zu Boden. "Und ich werde Euer Richter sein!" die Kreatur drehte ihren schwammigen Körper und eine Flut aus dunkelrotem Schleim stieß uns aus ihrem Körper entgegen. Sie war heiß und übelriechend, sie nahm uns fast die Sinne.
Vergeblich versuchte wir sie mit Schwert und Lanze zu verletzen, unser Stahl drang schmatzend in den fleischigen Körper ein, doch die Kreatur schien unberührt. Immer wieder stieß uns ihre Pranken entgegen. "Hier seht! Gefährten!" Genwar war kunstvoll und geschmeidig einer Attacke der Gestalt ausgewichen, er deutete auf einen roten, pulsierenden Fleischbrocken, welcher an Strängen in einer der Wände hing.

"Sein Herz!" schrie Kruun, "Es ist sein Herz! Schnell..." Kruun wurde von einer der Pranken des Monstrums gepackt und mit voller Wucht gegen die Wand geschmettert. Die Wände federten ein wenig nach und schleuderten ihn auf den schleimigen Bodengrund.
Genwar erkannte seine Chance. Er nahm seine Hellebarde und schleuderte diese zielsicher in den fleischigen Brocken in der Wand. Schleim spritzte aus dem Broken, als die Lanze ihn traf.
Das Monstrum heulte auf, das Pulsieren der Wände wurde unregelmäßig, mal stärker mal schwächer. Die Gestalt sank auf die Knie, der Boden bebte. "Niemals!" dröhnte die Stimme "Niemals werdet ihr den Schlüssel der Macht erlangen!". Helles Licht umgab uns nun, es nahm uns die Sicht. Stille. Das Pulsieren hörte auf.

Als das Licht die Sicht wieder freigab, fanden wir uns in der Eingangshalle der Festung wieder. Die Festung wirkte nun freundlich und rein auf uns! Staub und Verwahrlosung waren verschwunden. Sie sah aus als hätte schon immer jemand hier gelebt.
Verwundert sahen wir uns um und dann sahen wir uns. Wir waren überzogen von grünlichem Schleim, in langen Fäden tropfte er auf den sauberen Eingangsteppich. "Wie seht ihr denn aus? Ihr versaut noch die ganze Einrichtung" lachte ich meine Gefährten an und bekam prompt eine Ladung Schleim von ihnen ins Gesicht geworfen. Wir lachten und gerieten in eine wilde Schleimschlacht.

Die Gesichter der Dorfeinwohner waren groß als wir zum Lager der Jägerinnen zurückkehrten. Der Schleim war mittlerweile erhärtet und unsere Schritte waren mit lautem Knacken unterlegt. "Wir haben mit einem Ungeheuer gerechnet, aber nicht mit fünf!" lachte uns einer der Alten entgegen. "Nehmt zuerst ein Bad und kommt dann zu uns auf den Dorfplatz, wir haben euch etwas mitzuteilen!".
Nach einem wirklich erfrischenden Bad und viel Scheuern hatten wir es endlich geschafft den hartnäckigen Schleim wieder abzuwaschen, doch wirkte nun unsere Haut leicht errötet, als ob uns ein Feuer der Hölle gebraten hätte. Als wir zu Dorfplatz gingen mussten wir uns durch eine riesige Menschenmenge, welche begierig auf uns wartete, drängen. Immer wieder hörten wir "Macht Platz!", "Lasst sie doch durch!". In der Mitte der Menge war der Ältesten Rat, sie saßen auf Stühlen hinter einem hohen Potest.
"Ihr habt also den Fluch über die Festung genommen! Nun können wir wieder unsere ganze Kraft auf den Schutzzauber konzentrieren! Habt Dank! Wir stehen in Eurer Schuld!" die Alten beugten ihr Haupt, die Menschen um uns herum taten ihnen gleich. "Es war unsere Pflicht Euch zu helfen! Ihr steht nicht in unserer Schuld!" Rose und wir anderen beugten unser Haupt vor den Ältesten. "Ihr seit wirklich edelmütig, wackere Helden! Doch möchten wir Euch für Eure Taten belohnen!" einer der Alten übergab uns eine Schriftrolle. "Seit nun die Herren über die Festung! Es soll die Eure sein und Euch Rast und Ruh während Eurer Abenteuer bieten! Bildet dort auch eure Lehrlinge aus, sodass bald die Herrschaft der Schrecken über diese Welt ein Ende hat!" die Meng brach in Jubel aus. Wir mussten uns zusammenreißen um die Gesichtsröte und die ein oder andere Träne zu verkneifen. "Habt Dank! Wir wissen eure Belohung sehr zu schätzen! Seit Euch unserer immerwährenden Hilfe gewiss!" Rose hielt die Schriftrolle über ihren Kopf. Die Menge jubelte bei diesem Anblick.

"Doch nun lasst uns feiern! Lasst uns für eine Weile das Leid vergessen!" sagte einer der Alten. Musik begann zu spielen, die Menge tanzte. Der Geruch von gebratenem durchzog die Luft.

Es sollte ein langes und berauschendes Fest werden...

Ende des Tagebucheintrages

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